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Weinwissen | Rebsorten

Die Frage, was eine Rebsorte ist und wieviele es davon gibt, taucht bei unseren Weinmomenten immer wieder auf. Ersteres ist relativ leicht zu beantworten: Wein wird aus den Früchten der Edlen Weinrebe (Vitis vinfera) gewonnen. Von dieser Pflanze gibt es verschiedene, unterscheidbare Sorten, die entweder durch Kreuzung oder durch Mutation und anschließende Selektion entstanden sind. Diese nennt man Rebsorten.

Genau die globale Anzahl der unterschiedlichen Rebsorten zu bestimmen, ist etwas kniffliger. Es werden immer wieder Sorten entdeckt, vergessene wiedergefunden, neue gezüchtet und vermeintlich unterschiedliche als gleich enttarnt (z.B. Primitivo und Zinfandel). Jens Priewe (Autor von u.a. „Wein – die neue große Schule“) spricht von rund 10.000 verschiedenen Sorten. Kym Anderson (Direktor des Wine Economics Research Centre Adelaide) liegt in seiner Einschätzung deutlich darunter. Fest steht, dass es tausende sind. 

Die Unterschiede erkennt man manchmal auch, wenn man durch die Weinberge spaziert. Zum einen sind die Trauben weißer Rebsorten idR grün bis rötlich, Rote Rebsorten wiederum bläulich bis lila. Auch die Beeren der Trauben unterscheiden sich. Bei manchen Rebsorten hängen sie relativ locker, bei anderen dicht gepackt. Mal sind sie größer, mal kleiner. Die Unterschiede lassen sich also nicht nur erschmecken, sondern manchmal sogar schon im Weinberg erspähen.

In Deutschland sind aktuell 112 Ertragsrebsorten zugelassen, wobei nicht alle davon wirtschaftlich relevant sind. Alleine die Top 10 Sorten belegen knapp 79% der Fläche auf der Wein angebaut wird. Die Top 20 Rebsorten belegen sogar 95% der Rebfläche. Im Umkehrschluss bleiben für die anderen 92 Sorten nur noch 5% der Fläche, also so wenig, dass sie etwas hinten runter fallen. Darum kennt auch kaum ein Mensch Tauberschwarz, schwarzen Gänsfüsser oder gelben Kleinberger. Die Top 3-Sorten in Deutschland sind Riesling (weiß), Müller-Thurgau (weiß) und Spätburgunder (rot). Wenn ihr mal in einem Weingut seid und eine (euch) unbekannte oder seltsame klingende Rebsorte auf der Karte entdeckt, probiert die doch mal. Die Chancen stehen gut, dass es sich um eine eher selten angebaute Rebsorte handelt, zu der euch der oder die Winzer/in eine spannende Geschichte erzählen kann.

Weinwissen | Wein lagern

Ihr wollt ein paar Flaschen zu Hause lagern, habt aber keinen Weinkeller? Geht das? Klar! Will man direkt in der „Profi-Liga“ spielen, kann man sich einen Weinklimaschrank kaufen. Die gibt es mittlerweile auch zu erschwinglichen Preisen. Trotzdem sind sie noch verhältnismäßig teuer und man benötigt dafür auch den entsprechenden Platz. Deshalb haben wir ein paar Tipps für euch, wie man auch in seiner Wohnung ein paar Flaschen auf Vorrat halten kann. Kühl, nicht zu trocken, möglichst dunkel – das sind die Anforderungen. Also gilt es die dunkelste, kühlste Stelle der Wohnung zu finden! Manchmal ist es der Vorratsschrank, das ungeheizte Gästezimmer, oftmals aber auch der Platz unter dem Bett.

Habt ihr den passenden Platz gefunden, kommt es auch auf die Flaschenposition an. Habt ihr Flaschen mit Korken, solltet ihr sie liegend lagern, damit der Korken benetzt bleibt und nicht austrocknet. Sektflaschen sollten jedoch (trotz Korken) stehend gelagert werden. Hat ein Wein einen Schraubverschluss könnt ihr euch die Position aussuchen. Für eine jahrelange Lagerung ist, neben entsprechend hochwertigem Wein, ein richtiger Keller oder Klimaschrank dann doch unerlässlich. Sonst ist man eventuell nach 5 oder 10 Jahren Warten enttäuscht, wenn der Wein die Zeit nicht überstanden hat. Es muss übrigens nicht gleich ein Weinkeller sein. Ein richtiger Keller mit möglichst konstanter Temperatur – also kein Heizungskeller oder ähnliches – eignet sich in der Regel auch. Wer, wie wir, oft zu ungeduldig ist, um lange zu warten, sollte einfach weiterhin Wein bestellen, in den Kühlschrank legen und jung & frisch genießen. Prost!

Weinwissen | Was sagt der Preis?

Ist ein Wein sein Geld wert? Ist teuer gleich gut? Also ein 20 Euro-Wein automatisch besser als einer für 5 Euro? Den Preis für die Weine machen in erster Linie die Winzer und Winzerinnen. Einige Preisentscheidungen lassen sich hierbei auf die Produktionsmenge zurückführen. Meistens hat der Winzer bei den hochwertigeren Weinen eine geringere Erntemenge als bei den Basis-Weinen. Hier verzichtet der Winzer oftmals auf einen großen Ertrag, indem er Trauben vom Stock schneidet, um die Aromenkonzentration in den verbleibenden Trauben zu erhöhen. So produziert er allerdings am Ende weniger Flaschen und muss daher den Preis höher ansetzen, um die zusätzliche Arbeitszeit zu rechtfertigen. Diese liegt bei einem hochwertigen Wein bei vielen Stunden intensiver Bearbeitung im Weinberg und Keller.

Wird der Wein außerdem noch in ein Barriquefass gelegt, welches allein schon mehrere hundert Euro kostet, muss der Winzer dieses und die Lagerzeit ebenfalls in den Preis einkalkulieren. Klingt fair, oder?

Auf der anderen Seite, spielt das Renommee des Weinguts eine wichtige Rolle. Je besser der Ruf eines Weinguts und je begehrter ein Wein ist, desto teurer kann man ihn verkaufen. Wenn dann von so einem Wein nur noch eine kleine Menge eines tollen Jahrgangs existiert, steigt die Preisbereitschaft automatisch weiter. Das schöne am Wein ist eben seine Vielseitigkeit und der Einfluss der Natur, welche jeden Jahrgang besonders und einzigartig macht.

Es kann natürlich auch passieren, dass man von einem renommierten Weingut das eine oder andere Fläschchen erwischt, welches qualitativ nicht besser ist, jedoch preislich weit über gleichwertigen Weinen liegt. Daher legen wir als Händler einen großen Wert darauf, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis bei den Weinen stimmt. Andernfalls würde man enttäuscht werden und am Ende keine Lust mehr auf Wein haben – das wäre fatal! Am wichtigsten ist sowieso – egal ob günstiger Wein oder ein teurerer Vertreter – der Wein muss schmecken 😉

Weinwissen | Verschlusssache

Nur billige Weine haben einen Schraubverschluss? Weit gefehlt! Neben dem Naturkorken hat sich vor allem der Schraubverschluss etabliert. Denn er ist praktisch, dicht und sieht mittlerweile auch ganz manierlich aus. Für Weine, die nicht jahrelang lagern sollen, ist der Schraubverschluss eine gute Wahl. Er verschließt den Wein am besten und hält ihn so spritzig und frisch. Juliane Eller spricht gerne über den Schraubverschluss als „Aroma-Tresor“. Andere Alternativen sind Glasverschlüsse (die man selten sieht, weil sie sehr teuer sind) und diverse Korkersatz-Varianten (z.B. Plastikkorken).

Wir haben mal ein paar Winenerds zu befragt um den Mythos um den Weinverschluss aufzuklären:

Der Verschluss eines Weines beeinflusst auch wie er sich in der Flasche entwickelt (oder entwickeln soll). Ein Korken lässt immer auch etwas Luft an den Wein, wodurch er sich weiterentwickeln kann. Ein Schraubverschluss hingegen, wie bereits geschrieben, soll den Wein möglichst vor weiterem Sauerstoffkontakt schützen. Keine der beiden Varianten ist besser oder schlechter als die andere. Der Winzer möchte damit einfach unterschiedliche Ziele erreichen, damit wir den Wein so im Glas haben, wie er ihn gemacht und gedacht hat. Wenn ihr doch mal einen Wein mit Korken drinken wollt, haben wir HIER das richtige Tool um an den Stoff zu kommen 😉 Prost!

Weinwissen | Weingläser

Klar kann man Wein auch aus der Flasche „trinken“. Er gehört aber eigentlich ins Weinglas, wenn er auch wirklich schmecken soll. Doch die Welt der Weingläser kann schon fast so erschlagend sein, wie die Weinwelt selbst. Wer einmal im Kaufhaus in der entsprechenden Abteilung war, weiß, was wir meinen. So schwer muss man es sich aber gar nicht machen. Wir zeigen euch in diesem Blogeintrag einmal die drei wichtigsten Weingläser – quasi die Grundrechenarten des stilvollen Weingenusses. Und dasBeste: wir haben für euch auch direkt die passenden Gläser auf Lager.

Eins haben alle Weingläser gemeinsam: Einen Kelch auf einem Stiel. Das soll nicht nur schick aussehen, sondern erfüllt einige wichtige Funktionen. Halten wir das Weinglas am Stiel, erwärmt man nicht ungewollt den Inhalt, was den Geschmack verändern könnte (mehr dazu auch in unserem Beitrag zur richtigen Trinktemperatur). Der Kelch wiederum erlaubt es dem Wein sich besser zu entfalten. Mit unserer Zunge schmecken wir nur fünf verschiedene Geschmacksrichtungen (süß, sauer, bitter, salzig und umami). Viel mehr nehmen wir über unsere Nase wahr. Füllt man den Kelch des Weinglases nur bis zur Hälfte, hat der Wein eine große Oberfläche, um seine Aromen freizugeben. Der nach oben hin enger werdende Kelch sorgt dafür, dass die Aromen konzentriert an unsere Nase gelangen. Verstärkt wird der Effekt noch, wenn man den Wein im Glas schwenkt. Der Kelch manch eines Weinglases kann groß sein, er ist jedoch nicht dafür gemacht, randvoll gefüllt zu werden, sondern die Aromen des Weins einzufangen und zu sammeln (siehe die Weingläser in der Mitte und rechts auf dem Bild).

Die drei Glastypen

Die Champagner-Flöte (links im Bild): Die Champganerflöte ist nicht nur für den edelsten, sondern für alle Schaumweine gemacht. Die geringe Oberfläche sorgt dafür, dass der Sprudel nicht zu schnell aus dem Sekt weicht. Meist sind die Gläser zudem unten etwas angeraut, damit noch mehr Perlen nach oben steigen. Bei wirklich großen (und teuren) Schaumweinen, kann jedoch im engen Glas das vielschichtige Aroma nicht richtig zur Geltung kommen. Da lohnt es sich, diese auch einmal in einem Weißweinglas zu probieren. Sie sprudeln zwar nicht mehr so schön für das Auge, aber man riecht und schmeckt den Schaumwein besser. Probiert es doch einfach einmal aus!

Das Weißweinglas (in der Mitte): Der Kelch des Weißweinglases ist in der Regel etwas kleiner als der eines Rotweinglases. Denn in einem zu großen Glas kann sich der Duft eines leichten Weißweins zu schnell verlieren.

Das Rotweinglas (rechts im Bild): Das Glas fällt mit seinem ausladenden Kelch direkt ins Auge. Rotweine sind meist sehr kräftige, aromenstarke Weine. In einem zu kleinen Glas können sie einen erschlagen. Im großen Kelch haben sie hingegen genug Platz, um sich zu entfalten und ihre Vielschichtigkeit zu präsentieren.

GW-Lifehack 

Sind einmal nicht die passenden Gläser in Reichweite, kann es auch ein „Einheitsglas“ wie unser Original Geile-Weine-Glas tun, mit einem einfachen Trick. Möchte man Weißwein trinken, füllt man das Glas circa dreiviertel voll. So verkleinert man den Kelch künstlich. Mit Rotwein macht man das Glas nur zu einem viertel voll. Und schon schmeckt das ganze wunderbar. Wie bereits gesagt: guten Sekt kann auch aus dem stylischen „Geilen Glas“ trinken. Da Sekt ein Erfrischungsgetränk ist, müsst ihr dafür auch auf keinen besonderen Anlass warten. 😉

Weinwissen | Die richtige Trinktemperatur

Wein, egal ob rot, weiß oder rosé, kommt nur dann richtig zu Geltung, wenn er richtig temperiert ist. Zu warmer Rotwein schmeckt übrigens genauso scheußlich wie zu warmer Weisswein. Damit können wir übrigens den Weinmythos aufklären, dass Rotwein bei „Zimmertemperatur“ getrunken werden sollte. Das stimmt nicht mehr, da diese heute im Schnitt höher ist als früher. Bei rund 20 Grad liegt sie heutzutage – im Sommer natürlich noch wärmer – und das ist zu warm für einen feinen Roten. Die ideale Trinktemperatur für Rotwein liegt um die 16 Grad. So entfaltet sich die Frucht im Rotwein besser. Im Sommer kann es sich sogar lohnen einen Rotwein für circa eine Stunde (wenn er aus dem Keller kommt, etwas kürzer) vor dem Servieren in den Kühlschrank zu stecken. Dann kommt er leicht gekühlt bei 14 Grad auf den Tisch und erreicht im Glas die optimale Trinktemperatur.

Weissweine und Rosés hingegen sollten kalt genossen werden. Ein einfacher Weisswein, Rosé und auch Sekt machen bei 8 Grad so richtig Spaß. Handelt es sich um einen komplexeren Weisswein, zum Beispiel aus einer besonderen Lage oder einen, welcher im Holzfass ausgebaut wurde, sollten es um die 12 Grad sein. So kann er seine Facetten besser präsentieren.

Wem das alles zu theoretisch ist: probiert es doch einfach mal selbst! Kühlt einen Wein im Eisfach für eine Stunde komplett runter, schenkt euch einen ordentlichen Schluck ins Glas und probiert ihn über eine längere Zeit immer mal wieder. So merkt ihr, wie sich mit steigender Temperatur der Geschmack verändert. Ist er zu kalt, ist er wahrscheinlich sehr verschlossen, ist er zu warm, kann er sehr alkoholisch schmecken.

Manchmal muss es aber auch schnell gehen mit dem Weisswein kühlen, zum Beispiel wenn die Gäste auf dem Weg sind und der Wein noch im Weinregal statt im Kühlschrank liegt. HIER haben wir ein paar Tipps für euch, wie man das „Frappieren“ beschleunigen kann.

Weinwissen | Weinaromen

Wenn man so manchen, sich selbsternannten Weinkennern, beim Beschreiben eines Weines zuhört, mag sich so mancher schon gewundert haben, was derjenige aus dem Weinglas zu riechen vermag. Von etlichen Fruchtsorten, über Blütendüften bis hin zu Stein und ungewöhnlichen Sachen wie rohes Fleisch und Katzenpipi. Wer hier sagt, die spinnen doch, denen müssen wir wohl oder übel sagen, dass das Ganze nicht erfunden ist!

Das sensorische Gedächtnis muss schlichtweg trainiert werden, genauso wie das Musizieren oder das Schlittschuhlaufen geübt werden muss. Je öfter und intensiver man Gerüche und Geschmäcker wahrnimmt, desto besser kann man diese im Wein wiedererkennen. Auch wenn beispielsweise optisch und haptisch kein Apfel vorhanden ist – wer Grannie Smith Äpfel Tag ein Tag aus isst, kann diesen Duft in einem jungen Riesling wiederkennen. Wenn man also ein Glas Wein vor sich stehen hat, sollte man einen Ausflug vor einen mentalen Marktstand machen und sich umschauen, welche Obstsorten man in einem Wein wiedererkennen kann, dann fällt eine Assoziation viel leichter. Training macht den Meister!
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Wer sich fragt, wie denn diese Düfte in den Wein kommen, die ist Antwort recht simpel. Teilweise befinden sich in den Trauben die exakt gleichen Aromastoffe wie in manchen Früchten oder Blüten. Der Stoff Geraniol zum Beispiel, welcher mitunter den Duft der Rose ausmacht, ist ebenfalls im Gewürztraminer wiederzufinden. Ebenso kann der Einsatz von Holz sogenannte Sekundäraromen in den Wein bringen.

Als Hilfe beim Wein probieren könnt ihr das Aromarad zur Hand nehmen. Es unterstützt euch bei der Suche, nach den vielen Düften, welche sich im Wein verstecken können.
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Wollt ihr euch einmal durch die Welt der Weinaromen probieren? Wir haben euch ein passendes Paket dafür gebastelt!
HIER geht´s zum Weinprobe-Paket zum Thema Weinaromen.

Food Friday x Weinwissen | Wein und Käse

Wein und Käse passen super zusammen! Doch so richtig Spaß macht es nur, wenn man den richtigen Käse zum richtigen Wein matcht. Dabei kann es ganz schön kompliziert werden, denn es gibt mindestens so viele unterschiedliche Käsesorten, wie es Weine gibt. Wir haben deshalb für euch 5 einfache Tipps, wie diese Herausforderung gelingt.

5 Tipps zur Kombination von Wein und Käse

1. Kräftiger Käse passt besser zu kräftigem Wein. Leichter Käse passt besser zu eher milderen Käsesorten.

2. Fette Rotweine passen gut zu gereiftem Käse.

3. Schaumweine und Weichkäse sind eine wunderbare Kombi.

4. Ein ordentlicher Stinkekäse passt super zu süßen Weinen, zum Beispiel zur Spätlese vom Oberhäuser Rotenberg.

5. Wem die ersten vier Tipps immer noch zu riskant sind: Ein fester, nussiger Käse (wie ein klassischer Schweizer Käse) passt zu einem easy-drinking Rotwein, zum Beispiel dem Natura Nostrum (eine Cuvée aus Syrah und Grenache).

Wie bei allem gilt sowieso: Probieren geht über Studieren. Also testet doch einfach mal was eure Lieblingskombination ist. Das einzige was dabei zählt, ist, dass es euch schmeckt. Als Starthilfe empfehlen wir unser Cheesy Package!

Weinwissen | Wein schnell kühlen

Kaum klettern die Temperaturen über die 20 Grad-Marke, will man unbedingt raus ins Grüne. Sitzt man dann im Gras, auf dem Balkon, oder im Liegestuhl, freut man sich auf eine kühle Erfrischung in Form von Weisswein. Doch ist man von den ersten schönen Tagen im Jahr überrascht, lag die Lieblingsweinflasche vielleicht noch nicht im Kühlschrank. Wie bekommt man den jetzt möglichst schnell möglichst kalt? Wir haben 3 Tipps für euch!

1. Waschbecken (oder eine Wanne, Eimer etc.) mit kalten Wasser, Eis und Salz füllen und den Weißwein hineinlegen. Das Salz leitet die Kälte schneller an den Weißwein, sodass ihr nicht so lange warten müsst. Nach rund 20 Minuten schmeckt der Wein schon angenehm kühl. Frappieren nennen die Franzosen diese Methode.

2. Ein Baumwolltuch nass machen und um die Flasche wickeln. Dann ab damit in den Gefrierschrank! Vorsicht: vergesst die Flasche dort nicht über Nacht, sonst platzt sie. Rund 20-30 Minuten sollten reichen für die richtige Temperatur.

3. Der Tipp für alle Outdoor-Fans und Festivalgänger: Ein schwarzes Tuch oder T-Shirt einfach nass machen und damit die Flasche umwickeln. Das Ganze legt man dann, ob man´s glauben mag oder nicht, in die Sonne! Durch die Wärme der Sonnenstrahlen entsteht Verdunstungskälte, welche den Wein allmählich herunterkühlt.

Lust bekommen auf Wein? Für den kleinen Urlaub zu Hause empfehlen wir unser Balkonien-Paket!

Weinwissen | Was ist Rosé?!

Endlich Frühling! Trotz Ausgangssperren und Kontaktverbot, darf man sich (plus 1 😉 ) noch auf dem eigenen Balkon, der Terrasse oder im Garten aufhalten und die ersten Sonnenstrahlen genießen. Und wer weder das eine, noch das andere hat, soll einfach mal das Küchenfenster aufmachen und die Nase raushalten. Bei den ersten Sonnenstrahlen auf dem Gesicht, kommt auch die Lust auf Rosé zurück.

Rosa leuchten sie im Glas und stehen meist für unkomplizierten Trinkgenuss. Aber damit ist die Geschichte noch lange nicht zu Ende. Erstens gibt es mittlerweile nicht nur klebrig-süße Vertreter und zweitens wäre es doch mal spannend zu wissen wieso der Wein weder weiß noch rot ist. Deshalb kommt hier die volle Dröhnung Rosé-Wissen.

Roséweine sind kein Verschnitt aus Rot- und Weissweinen

Aber woher kommt nun die Roséfarbe? Die Farbe sitzt ausschließlich in der Schale der Trauben. Egal ob rote oder weisse Rebsorten: das Fruchtfleisch der Trauben ist immer hell. Die eindrucksvollen dunklen Farben von Rotweinen entstehen, da die roten Trauben in der Regel samt Schalen vergoren werden oder mindestens genug Zeit mit den Schalen bekommen, damit diese die Farbstoffe abgeben können. Auch Roséweine werden aus roten Trauben gewonnen, jedoch vollenden sie die Reise zum Rotwein nicht. Es gibt jedoch (mindestens) zwei verschiedene Wege, wie ein Rosé hergestellt werden kann.

Die Saignée-Methode oder auch Saft-Abzug

Die roten Trauben werden samt Schale eingemaischt, also leicht angepresst und stehen gelassen. Doch noch bevor die Gärung beginnt, werden 10-20 Prozent des Saftes (ohne Schalen) abgezogen. Während die restliche Maische meist zu einem vollwertigen Rotwein weiterverarbeitet wird, wird der Saft separat zu einem Rosé vergoren. Da der Saft auch – wenn auch kürzer – in Kontakt mit den angepressten roten Traubenschalen war, hat er auch etwas Farbe abbekommen und so wird der Rosé eben auch leicht rosa.

Die Maische-Methode

Wie bei der Saignée-Methode werden die roten Trauben leicht angepresst und samt Schale eingemaischt. Die Länge der Maischestandzeit entscheidet über die spätere Farbe und damit auch über den Geschmack des Weins. Intensivere Farben bekommt man, je länger die Trauben auf der Maische stehen. Denn so wandern mehr Farbstoffe und auch Aromen in den Saft. Manche (roten) Rebsorten haben außerdem eine kräftigere Farbe und dickere Schale als andere. Auch das kann einen Einfluss haben. Mit dieser Methode bekommt man Roséweine mit durchaus eigenwilligem Charakter und einer eigenen Struktur. Die Farbvarianten können von feinem Lachsrosa bis hin zu einem knalligen Pink reichen.

Was ist nun Weißherbst?

Ein Weißherbst ist eine besondere Form des Rosé in Deutschland. Wird ein Rosé als Weißherbst bezeichnet, so ist er aus nur einer (roten) Rebsorte hergestellt – welche genau ist dabei nicht festgelegt. Wird ein Wein nur als Rosé bezeichnet, kann es sein, dass der Winzer verschiedene (rote) Rebsorten zu einem Roséwein verarbeitet hat. Keine der beiden Varianten sagt aber etwas über die Qualität des Weins aus.

Die Ausnahme: Rotlinge

Eigentlich haben wir gesagt, dass Roséweine kein Verschnitt aus Rot- und Weissweinen sind. Aber was wäre schon eine Regel, ohne Ausnahme?! Beim Rotling wird ein Mischsatz aus roten und weissen Trauben gemeinsam eingemaischt und vergoren. Auch sie haben eine Roséfarbe. Ein bekannter und traditioneller Vertreter dieser Art der Weinbereitung aus dem Weinanbaugebiet Baden ist der „Badisch Rotgold“. Probiert doch mal die Variante von Bettina Schumann!

 

Ein Rosé ohne Farbe? Blanc de Noirs!

Blanc de Noirs ist französisch und heißt so viel wie „Das Weiße aus dem Schwarzen“. Das bedeutet, dass aus roten Trauben Weisswein hergestellt wird. Zur Erinnerung: Das Fruchtfleisch bei roten Trauben ist genauso hell wie bei weißen Rebsorten. Wenn also die Schalen gleich zu Beginn der Weinbereitung vom Saft getrennt werden, wird aus dem weissen Saft ein Weisswein. Manchmal hat auch ein Blanc de Noirs eine leicht dunklere, goldenere Farbe oder ein leicht rosanes Schimmern im Glas. Es bleibt jedoch ein Weisswein und ist kein Rosé. Wie das Ganze schmeckt, könnt ihr einfach mit einer Flasche Blanc de Noirs von Zimmer-Mengel herausfinden!

Es gibt fruchtige Rosés, die vor allem nach Erdbeere schmecken, genauso wie ernsthaftere Vertreter, die auch etwas frische Minze, Pfeffer oder Kräuter mitbringen. Probiert doch einfach mal, nach der ganzen trockenen Theorie! Am besten geht das mit unserer Rosé-Weinprobe.