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Weinwissen | Rebsorten-Special: Chardonnay

Sagt Euch die Abkürzung ABC etwas? „Anything But Chardonnay“, dieser Slogan kam Ende der 1980er Jahre in den USA zu Zeiten auf, in denen Chardonnay keinen guten Ruf hatte. Zum Glück ist dies nicht mehr aktuell. Heute sagen wir „Definitely Chardonnay“! Unser Rebsorten-Special geht in die nächste Runde. Deswegen heute auf dem Plan:

ALL ABOUT… CHARDONNAY !

Chardonnay gehört neben den Rebsorten Chenin Blanc und Riesling zu den populärsten weißen Rebsorten der Welt und stammt aus dem Burgund. Benannt wurde die Traube nach der Gemeinde ‚Chardonnay‘, welche im Département Saôn-et-Loire gelegen ist.

Der Fakt, dass Chardonnay in ziemlich allen weinbautreibenden Ländern der Welt angebaut wird, spricht für diese geile und internationale Sorte. Seit 1991 haben die Deutschen das auch erkannt und die Rebsorte Chardonnay bekam ihre Zulassung. Wusstet ihr, dass Rebsorten, bevor sie gepflanzt werden dürfen, eine Art Prüfung durchlaufen müssen? Dabei wird kontrolliert, ob die Rebsorte zu der Weinkultur des jeweiligen Landes passt und ob die Rebe mit den dort herrschenden klimatischen Bedingungen klar kommt. Chardonnay hat damals wohl überzeugt.

Insgesamt gibt es ca. 175. 000 ha Rebfläche Chardonnay weltweit. In Deutschland nimmt der Anteil langsam aber stetig zu. Rheinhessen, das größte deutsche Weinanbaugebiet, ist mit  888 ha Chardonnay bestückt.

Terroir wird ebenfalls wie beim Riesling und Weißburgunder zum Schlagwort, da diese drei Rebsorten ähnlich hohe Ansprüche an den Standort stellen. Die Chardonnay Rebe mag es sehr gerne, wenn es warm ist und die Böden sehr tiefgründig und kalkhaltig sind. Man könnte sagen, dass der Chardonnay ein gutes Immunsystem hat, da er für Krankheiten nicht besonders anfällig ist. Die einzige Schwachstelle ist die dünne Beerenhaut, welche die Botrytisbildung begünstigt.

Kleiner Exkurs – wem das Wort Botrytis noch nicht über den Weg gelaufen ist: Das ist eine Bezeichnung für eine Pilzgattung, sprich eine Pflanzenkrankheit, die durch eine hohe Feuchtigkeit und viel Niederschlag in die Beere dringen kann, in Ausnahmefällen aber sogar erwünscht ist.

Zurück zum Chardonnay! Wenn Chardonnay eins ist, dann vielseitig.

Hier mal ein paar Beispiele:

    1.    Wenn die Weine im Edelstahl ausgebaut werden sind diese fruchtbetont und eher schlank. Oft erinnert das Aroma an Apfel und gereiften Pfirsich.

    2.    Eine andere und für die Rebsorte auch passende Ausbauart ist die im Holzfass, speziell dem Barriquefass. Die Weine sind extrem breit und weisen eine tolle Cremigkeit auf. Diese wird häufig von einer Vanille-Aromatik des Barriques untermalt. Für Weinliebhaber, die oft Probleme mit der Säure im Wein haben, ist Chardonnay bestimmt die richtige Wahl. Die meisten Winzer leiten bei dem Ausbau dieser Rebsorte nämlich einen BSA ein. Oh nein, schon wieder eine neue Abkürzung? Aber keinen Schreck bekommen, es ist gar nicht kompliziert. BSA steht für den Biologischen-Säure-Abbau. Bei diesem Abbau wird die für manche Menschen unangenehme, sogenannte Äpfelsäure in eine angenehme Säure namens Milchsäure umgewandelt. Es wird also für ein angenehmes Mundgefühl und einen schönen Abgang gesorgt. Also kein Sodbrennen.

3.    Außerdem ist Chardonnay ein beliebter Cuvée Partner. Er hat eine hohe Anpassungsfähigkeit anderen Weinen gegenüber und verleiht ihnen den letzten Schliff. Er ergänzt diese mit seiner Aromatik und sorgt durch seine Kräftigkeit für eine längere Präsenz im Mund.

    4.    Chardonnay wird sehr gerne als Sektgrundwein benutzt. Eine tolle Rebsorte die gerade bei Schaumwein für eine tolle Frucht und Cremigkeit sorgt. Wenn ein Schaumwein aus 100% Chardonnay-Trauben besteht bezeichnet man ihn als ‚Blanc de Blanc‘.

Für das Food Pairing empfehlen wir Euch zu den fruchtbetonten und jungen Chardonnays die Meeresküche. Zu den schwereren und im Holz ausgebauten Weinen darf es auch gerne ein deftiger Braten sein, welcher mit der Power des Weines mithalten kann. Wer Käseliebhaber ist, kann dies auch perfekt mit einem intensiven Bergkäse kombinieren.

Im Folgenden haben wir Euch mal ein paar interessante und vor allem unterschiedliche Chardonnays aus unserem Sortiment zusammengestellt. Schaut selbst… 🙂

EASY CHARDONNAY

Easy Wines 

Das ist ein wundervoll knackiger Chardonnay! Sternfrucht kommt hier zusammen mit frischem, grünem Apfel und einer leicht salzigen Art. Das Zeug tänzelt einem förmlich über die Zunge, um dann kopfüber in den Rachen zu springen. Trinkfluss heisst das dann wohl..

 

 

CHARDONNAY- VOM LEHMIGEN SAND

Weingut Baumberger

Ein Chardonnay wie er im Buche steht. Man stelle sich vor, man sitzt im Spätsommer unter einem Birnenbaum und beisst in ein Stück Mandelkuchen mit Vanille. So in etwa schmeckt dieser famose Chardonnay aus dem Hause Baumberger. Ein fruchtiger Weisswein mit tollem Schmelz, der viele Leute glücklich machen wird.

 

CHARDONNAY

Weingut Dambach SOPS

Chardonnay gehört zu den Lieblinsgrebsorten von Sven und Philip und das schmeckt man diesem Wein auch direkt an. Sie benutzen nur die besten Trauben und geben dem Wein viel Zeit zur Reifung in kleinen Holzfässern. Das Resultat ist ein wahnsinnig spannender und vielschichtiger Wein. In der Nase hat man Physalis, reifen Apfel und etwas Haselnuss. Am Gaumen merkt man, dass der Wein Power und Kraft hat, aber er bleibt trotzdem elegant und trinkig. Durch seine Zeit im Holz hat der Wein auch eine sehr feine röstige Note bekommen, die ein bisschen an Rauchmandeln erinnert.

Ein sehr guter Essensbegleiter!

 

CHARDONNAY- ZELLERTAL

Weingut Schwedhelm

Wow! Was für ein Wein! Damit kann man Chablis die Ohren lang ziehen. Erstmal Birne an der Nase, dann salziger Feuerstein am Gaumen. Obendrauf ein bisschen Zitrus (Mandarine) und eine geschmeidige Kraft, die Euch den Wein an den Gaumen nagelt. Ne ist das gut!

 

 

BLANC DE BLANC BRUT

Sektgut Motzenbäcker

Es gibt in unserem Job ab und zu Momente, da probiert man etwas Neues und muss schon beim ersten Riechen am Glas schmunzeln, weil man weiß, dass man gleich etwas wirklich Tolles auf der Zunge hat. Hier war das so… Ganz feine Frucht trifft auf spielerische Säure und macht daraus, was Sekt eigentlich sein sollte – ein Erfrischungsgetränk.

Weinwissen | Rebsorten-Special: Syrah/Shiraz

Unser Rebsorten-Special geht in die nächste Runde. Heute auf dem Plan:

ALL ABOUT… SYRAH/SHIRAZ!

Zunächst einmal schaffen wir die erste Unklarheit aus der Welt: Ja, Syrah und Shiraz sind genetisch identisch. Oftmals nutzt die alte Welt (Europa) den Namen Syrah und die neue Welt (z.B. Südafrika & Australien) das Wort Shiraz, womit dann auch ein gewisser Weinstil vorausgesetzt wird. Wir verwenden die Begriffe im folgenden synonym.

Syrah wächst weltweit auf rund 185.600 Hektar. Führend sind dabei Frankreich & Australien, gefolgt von Spanien, Argentinien, Südafrika, USA, Italien, Chile, Portugal und noch vielen weiteren Weinanbauländern. In Australien ist Shiraz sogar die am meisten angebaute Rebsorte überhaupt.

Seinen Ursprung hat der Syrah im Rhônetal in Frankreich. Er ist eine Wildkreuzung der alten französischen Rotweinsorte Dureza und der weißen Sorte Mondeuse Blanche. Syrah / Shiraz wird weltweit sowohl reinsortig ausgebaut, als auch gerne für Cuvées verwendet.

Aromatisch ist der Syrah sehr breit aufgestellt. Fruchtige Aromen wie Johannisbeere, Blaubeere und Pflaume können auf würzige Komponenten wie Tabak, Schokolade, grünen Pfeffer und Leder treffen. Je wärmer das Klima, in dem der Syrah erwächst, desto marmeladiger wird der Wein. Die Weine sind mittelschwer bis körperreich, meist mit einer ordentlichen, aber weichen Tanninstruktur.

In Deutschland sind aktuell 97 Hektar mit Syrah bestockt – aber der Trend geht aufwärts. Weltweit ist der Syrah in den letzten Jahren immer populärer geworden und die Rebflächen haben sich zu Teilen enorm vergrößert. Wir stellen Euch jetzt mal ein paar Exemplare aus unserem Weinregal vor, unter anderem aus Spanien, Südafrika und Deutschland (mit kalifornischem und australischem Einschlag):

 

FIRST SIGHTING SHIRAZ – STRANDVELD VINEYARDS

Wein aus der neuen Welt (also alles, was nicht Europa ist) kann auch so richtig dolle Spaß machen. Da ist dann halt einfach mal ein bisschen mehr Bumms drin. Leicht marmeladiger Touch mit einem Hauch Schwarzkirschen und Räucherspeck. Klingt komisch, ist aber leider geil. 

SYRAH BARRIQUE – GUERRILLA WINES

Ein richtiges Brett von einem Wein! Tief, dicht und warm. Er riecht, als spaziere man durch einen Pinienhain. Dazu kommen Thymian, Lorbeer und Heidelbeeren aus dem Wald, ergänzt durch Nüsse und Rumtopf. Viel Power – auf jeden Fall. Aber nicht überladen oder zu fett. Einfach geiles Zeug für Leute, die kräftige Rotweine mögen. Perfekt zum fleischigen Dinner oder abends auf der Hütte nach einem Tag im Freien.

SYRAH – STRANDVELD VINEYARDS

Das ist mal ein Wein, der die Worthülse „komplex“ sehr gut ausfüllt. Hier findet sich solch eine Vielzahl an Aromen, dass man es so nennen muss! Maraschino-Kirschen und Heidelbeeren, Schokolade und Kaffee, Heu und Holunder. Dazu kommt noch eine ätherische Frische und eine filigrane Säure. Famoser Wein halt, der jeden Cent wert ist. Falls ihr mal was Besonderes braucht, seid ihr hier genau richtig.

SHIRAZ-CABERNET – WEINGUT BALZHÄUSER

Aus den Weiten des rheinhessischen Outbacks stammt diese Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Shiraz, die geschmacklich auch sehr gut nach Australien passen würde. Dort hat Johannes auch die Inspiration für diesen Wein bekommen, als er bei einem Praktikum den perfekten Umgang mit den beiden Rebsorten lernen konnte. In der Nase hat man eine fruchtige beerige Note mit einem würzigen Pfeffer-Touch und am Gaumen zeigt der Wein seine Power und verabschiedet sich mit ordentlich Würze und Gerbstoff.

SYRAH-MERLOT – IMI WINERY

Beim Syrah merkt man die amerikanischen Wurzeln von Jonathan. Er hat einige Jahre in den Staaten als Winemaker gearbeitet und von dort auch einiges an Wissen über Rotweine und deren Herstellung mitgebracht. Diese Cuvée aus Syrah und Merlot ist dementsprechend kein Leisetreter, aber trotzdem nicht ganz Neue Welt, sondern irgendwie dazwischen. Man stelle sich vor jemand spricht pfälzisches Deutsch mit amerikanischem Einschlag…

Was heißt das für den Wein? Kräftiger Körper, aber eher muskulös als fett. Komplexe Aromatik, viel dunkle Frucht und Würze. Dazu ein langes finish. Geiler und echt ungewöhnlicher Stoff.

 

Weinwissen | Rebsorten-Special: Silvaner

Willkommen zurück zu unserem Rebsorten-Special. Diesmal widmen wir uns einer autochthonen Rebsorte aus Österreich (autochthon bedeutet einheimisch 😉). Die Rede ist von: SILVANER.

Die Weissweintraube macht ca. 4,9 % (4.664 ha) der deutschen Gesamtrebfläche aus, was im Vergleich zum Riesling oder Spätburgunder natürlich recht überschaubar ist. Dabei hatte der Silvaner in der Vergangenheit auch seine große Blütezeit. Nichtsdestotrotz kann die Rebe so EINIGES. Und das erzählen wir euch im heutigen Newsletter.

ALL ABOUT… SILVANER!

Seit mehr als 350 Jahren gibt es inzwischen Silvaner, auch bekannt unter Sylvaner oder Grüner Silvaner, in Deutschland. Hauptanbaugebiete sind vor allem Rheinhessen, wo die Rebsorte ca. 8 % der Fläche einnimmt, und Franken. Hier wächst er auf rund einem Viertel der Rebfläche. Wissenschaftler konnten belegen, dass die Rebe eine natürliche Kreuzung aus Traminer und der autochthonen Rebsorte Österreichisch Weiß ist. Somit ist klar, dass er schon immer in der Alpenregion beheimatet war und der Ursprung in unserem Nachbarland Österreich zu finden ist. Im 17. Jahrhundert fand die Weissweinrebe dann ihren Weg nach Deutschland, als sie erstmals in Castell (Unterfranken) angepflanzt wurde. Bis in die 70er-Jahre war Silvaner in Deutschland mit mehr als 30 % Flächenanteil sogar die meist angepflanzte Sorte schlechthin – noch vor dem Riesling wohlgemerkt!

Terroir wird auch bei dieser Rebe zum Schlagwort. Mikroklima, Ausrichtung und die Zusammensetzung des Bodens beeinflussen das Wachstum der Trauben enorm. Silvaner benötigt fruchtbare, durchlässige, mittelschwere bis schwere Böden mit einer guten Nährstoffversorgung. Besonders auf Muschelkalk- und Keuperböden (tonhaltige, sehr fruchtbare Böden) bringt die Rebsorte ganz besondere Weine hervor. Dagegen mag er keinen steinigen und trockenen Untergrund. Er ist frostempfindlich, aber liefert hohe Ertragssicherheit. Und gerade bei diesem Punkt vermag es Fingerspitzengefühl: Werden die Erträge gezielt niedrig gehalten (Ertragsregulierung) punktet er mit einer feinen Aromatik und aus Silvanertrauben entstehen dichte und komplexe Weine und Spezialitäten. Die Rebsorte spiegelt dabei perfekt das Terroir wieder und verbindet die erdigen Töne mit zarten fruchtigen Aromen und bekömmlicher Säure.

Silvaner ist eine extrem vielseitige Rebsorte, die mit Variantenreichtum seine Liebhaber überzeugt. Egal ob unkomplizierter Sommerwein, ein cremiger Barriquewein oder ein elegantes und lebhaftes Grosses Gewächs. Alles ist möglich – auch als spritziger Sekt macht der Silvaner eine gute Figur. Die Rebsorte verbindet vor allem die Beschaffenheit und erdigen Töne des Bodens mit zarten fruchtigen Aromen und kräuteraromatischen und mineralischen Komponenten. Das dadurch entstehende angenehme Mundgefühl und eine dezente Säure sorgen für eine gute Verträglichkeit. Charakteristisch für Silvanerweine ist ein feiner Duft, der an Kräuter wie Thymian oder auch Stachelbeeren erinnert. Fruchtige Aromen von Birne, Quitten, Holunder oder knackige Zitrusfrüchte wie Grapefruit und Limette werden manchmal von Gras, Wiesenblumen und Heu begleitet.

Vom Alltagswein bis hin zum eleganten Essensbegleiter liefert Silvaner Weine für jeden Geschmack. Der Weisswein passt gut zu Fleisch- und Fischgerichten, Meeresfrüchten und Krustentieren, zu Geflügel oder vegetarischen Speisen. Als spritzig-frischer Terrassenwein schmeckt er ebenso gut wie zur kräftigen Regionalküche. Insbesondere zu Spargel ist er ein klassischer Begleiter, da seine Aromatik das feine Gemüse unterstützt, ohne zu dominant in den Vordergrund zu treten.

Wir haben für Euch ein paar spannende und vor allem unterschiedliche Silvaner aus unserem Sortiment zusammen getrommelt:

BLITZ – WEINGUT STEIN – NAHE

Der Wein trägt den gleichen Spitznamen, wie der Besitzer des Weinbergs – Heinz aka. Blitz. Und wie solch einer trifft einen beim Trinken auch die Erkenntnis, was für eine geile Rebsorte Silvaner ist. Viel Schmelz, tolle Konzentration und trotzdem Frische. Macht einfach Spaß zu trinken. Genau das Richtige zum Runterkommen, nach einem endlosen Tag im Büro. 

JUWEL SILVANER – JULIANE ELLER WEINE – RHEINHESSEN

Ein charmanter Wein mit Kraft und Zug ohne viel Schnick Schnack. Im Duft intensive Würze und gelbe Früchte, im Geschmack elegant und ausgeglichen. Perfekt für die leichte Frühjahrs- und Sommerküche. Wie wäre es mal mit Spargel?

MORSTEIN SILVANER – WEINGUT MICHEL – RHEINHESSEN

Das Ding aus dem Mor(-stein) ist keine filigrane Ballerina, sondern ein Biest auf der Suche nach Liebe. Im Verkostungsheft stehen grüne Walnuss, reife Birne und Quitte. Dazu kommt ein mundfüllendes Gefühl und nach hinten ein leicht salziger Eindruck. Man sollte sich etwas Zeit dafür nehmen, denn die ist es unbedingt wert. Silvaner kann so geil sein, wenn man ihn denn lässt. 

SANKT KATHRIN SILVANER – WEINGUT BERNHARD – RHEINHESSEN

Dieser Spitzensilvaner macht einfach grandios Spaß. Schon beim ersten Riechen merkt man, dass es sich hier um etwas besonders handelt. Kräutrige, grüne Aromen spielen mit einer exotischen Fruchtnote. Durch den langen Holzfassausbau bekommt der Wein einen schönen Schmelz und eine elegante Finesse. Bernhards geben ihren Spitzenweinen immer ein Jahr zur Reifung auf der Flasche, bevor sie in den Verkauf kommen. Durch die Flaschenreife wird der Wein noch harmonischer und er bekommt eine sehr feine Opulenz. Ein toller Begleiter zu kräftigen Speisen und wenn man Lust auf einen vielschichtigen Wein hat, bei dem es viel im Glas zu entdecken gibt. 

SEKT BRUT – LUKAS KRAUSS – PFLAZ

Der Sekt von Lukas ist schon ‘ne Nummer. Erstmal riecht er total abgefahren nach Stachelbeere, reifer Mirabelle und Baby-Ananas, dazu kommt dann auch noch Honig und ein bisschen Pfeffer. Unten drunter liegt eine knackige, aber total schmeichelnde Säure. Drinnen stecken übrigens die Pfälzer Traditionsrebsorten Grüner Veltliner und Silvaner. Was soll man sagen? Es ist halt Lukas Krauß in Flaschen: Schräg, aber liebenswürdig.

P.S. Den gibt’s übrigens nur bei uns 🙂

 

Weinwissen | Rebsorten-Special: Spätburgunder

Unser Rebsorten-Special geht in die nächste Runde. Heute auf dem Plan:

ALL ABOUT… SPÄTBURGUNDER!

Herkunft & Abstammung – Der Spätburgunder, auch Schwarzburgunder, Blauburgunder oder Pinot Noir genannt, hat eine sehr lange und alte Geschichte. Als Heimatland der Pinotsorte gilt Frankreich (die Anbauregion Burgund). Die genaue Abstammung ist allerdings noch ungeklärt und wird in der Wissenschaft unterschiedlich diskutiert. Die einen sprechen von einer natürlichen Kreuzung von Schwarzriesling mit Traminer, die anderen sind der Überzeugung, dass Pinot Noir wahrscheinlich in direkter Linie von der Wildrebe abstammt. Im Jahr 884 brachte Kaiser Karl III. die Sorte an den Bodensee. Seitdem ist der Spätburgunder auch in Deutschland heimisch und erlangte einen nicht unbeachtlichen Bedeutungszuwachs mit der Ausweitung der Sektproduktion, für die man reine Burgunderweine anpflanzte. Damit gehört der Spätburgunder neben der Rebsorte Riesling zu den begehrtesten Grundweinen für Sekt. In der Champagne ist der Pinot Noir wichtigster Bestandteil des Champagners und macht ca. 38% der Rebfläche aus. Hier werden die Trauben gepresst und der helle Saft ohne die Schalen vergoren (die Farbe sitzt in den Traubenschalen), sodass ein Weißwein entsteht. Sortenreiner Schaumwein aus Spätburgunder wird unter der Bezeichnung „Blanc de Noirs“ vermarktet.

Wo wächst Spätburgunder? – Kurz zusammengefasst: Überall dort, wo es nicht zu heiß ist. Daher wird Spätburgunder mit einer Rebfläche von 86600 ha weltweit angebaut. Fun Fact: Spanien, das größte Weinbaugebiet weltweit, hat allerdings keinen nennenswerten Pinot Noir Ausstoß! In den deutschen Weinbaugebieten sind vor allem Baden (die Region am Kaiserstuhl) und Ahr Spitzenreiter. Die edle und sehr alte Sorte verlangt allerdings höchste Sorgfalt vom Winzer und stellt hohe Ansprüche an Klima und Boden. Am besten gedeiht sie in sogenannten Rieslinglagen, also in den besten Lagen. Sind die Wuchsbedingungen gut, läuft sie zur Hochform auf.

Woher stammt der Name? – Achtung, Angeberwissen: Der französische Begriff „Pinot“ leitet sich wahrscheinlich von der lang gezogenen Form der Pinot-Trauben ab, die dem Zapfen einer Kiefer (frz. „pin“) recht ähnlich sind. Die im deutschsprachigen Raum übliche Bezeichnung „Burgunder“ ist keine Übersetzung des französischen Namens, sondern die Gebietsbezeichnung, aus der die Rebe stammt. (Logisch, oder?)

Was ist das Besondere an ihr? – Spätburgunder wird nicht nur als die Königin unter den roten Rebsorten bezeichnet, sondern auch als „Diva“. Sie ist sehr empfindlich gegen eigentlich alles! Fäulnis, Hitze und sogar Wind. Die dünnhäutigen Beerenschalen verlangen eine sehr sorgsame Pflege und sind der Grund, dass traditionelle Vertreter meist milde, gerbstoffarme Weine mit wenig Farbintensität ergeben.

Farbe und Geschmack? – Typische Spätburgunder Farben sind vor allem Rostrot bzw. Rubinrot mit violetten Nuancen. Wein.Beginner erkennen ihn am einfachsten daran, dass er erstaunlich klar im Glas ist und man fast durch ihn hindurch sehen kann. Der Geschmack ist besonders durch eine intensive Fruchtigkeit geprägt. Eine moderate Säure gepaart mit Fruchtnoten erinnert gerne an den Geschmack von Cranberrys und Himbeeren. Je nach Ausbau im Holz nehmen Spätburgunder weitere Noten von Vanille, Nelken, Lakritz oder Pilzen an.

Die teuersten Spätburgunder? – Wenig überraschend stammen die teuersten Pinot Noirs aus dem Burgund. Spitzenreiter ist der Domaine Leroy Musigny ist mit einem Durchschnittspreis von 28.182 Euro! Dahinter folgen der Domaine de la Romanée-Conti Grand Cru mit 18.782 Euro und der Domaine Roumier Musigny Grand Cru mit 13.423 Euro pro 0,75 Liter-Flasche. Keine Schnäppchen-Preise aber für den ein oder anderen sicher eine gute Wertanlage. 😉

Wir haben für Euch mal ein paar interessante Spätburgunder aus unserem Sortiment zusammen getrommelt:

SPÄTBURGUNDER ACHTKANTIG – WEINHAUS SCHUMANN

Bettina fängt hier die ganze Eleganz von Pinot ein und zeigt, warum die feinsten Rotweine der Welt aus dieser Traube gekeltert werden. Frische Säure, dunkle Frucht und ätherische Kräuter kommen einem hier entgegen und lassen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Eine flüssige Verneigung vor dem Burgund.

 

 

 

 

RHEINGAU SPÄTBRUGUNDER TROCKEN – WEINGUT FREIMUTH

Späti, wie er sein muss. Frisch und würzig, mit viel Zug und trotzdem Tiefgang. Übersetzt von Weinsprech in normale Sprache: Er riecht erstmal super lecker, eher leicht und fruchtig, aber trotzdem würzig. Denkt mal an Em Eukal Bonbons. Auch im Mund ist er erstmal nicht zu derbe, der Geschmack bleibt dann aber doch überraschend lange stehen und zeigt immer mal neue Nuancen. So macht das irre viel Spaß zu trinken, denn es macht weder müde, noch wird es langweilig. Eben Späti, wie er sein muss.

 

 

ROSÉ BRUT – WEINGUT MOTZENBÄCKER

Bei rosa Pricklern denkt man ja ganz gerne erstmal an eine klebrig-süße Kopfschmerzbrause, aber das hier hat damit wahrlich nichts zu tun! Das Zeug ist so erfrischend, lebendig und voller Freude, dass es sich eigentlich nur als flirrend beschreiben lässt. Es klingt jetzt vielleicht ein wenig dekadent, aber man denkt als erstes an sonnige Nachmittage auf dem Strandgrundstück mit weissen Hüten, offenen Hemden und jeder Menge Seafood. Warum denn auch nicht? Zu viel des Guten ist einfach wunderbar…

 

Weinwissen | Rebsorten-Special: Sauvignon Blanc

Unser Rebsorten-Special geht in die nächste Runde. Heute auf dem Plan:

ALL ABOUT… SAUVIGNON BLANC!

Sauvignon Blanc, auch Fumé Blanc genannt, ist eine Weißweinsorte und gehört zu den 20 am häufigsten angebauten Rebsorten weltweit. Die Aroma-Rebsorte wird auf circa 111.000 Hektar an fast allen Ecken der Welt angebaut: Man findet die Rebe beispieweise in Neuseeland und Australien, in Frankreich, Spanien und Italien sowie in Chile, Argentinien und den USA.

Bei uns in Deutschland ist der Anbau von Sauvignon Blanc in den letzten Jahren stark gestiegen. Mit nunmehr über 1.600 Hektar macht die Rebsorte mittlerweile mehr als 1,5% unseres heimischen Rebsortenspiegels aus. Was erstaunlich ist, da bis zum Anfang der 2000er Jahre gar kein Sauvignon Blanc in Deutschland angebaut wurde. Vor allem in der Pfalz und in Rheinhessen fühlt sich die Rebe offensichtlich sehr wohl.

Anfang des 18. Jahrhunderts wurde die Rebsorte erstmals urkundlich – der Name lässt die Herkunft vermuten – in Frankreich erwähnt, wo sie auch ihren Ursprung hat. Bis heute ist Frankreich das Land, das mit über 31.000 Hektar Rebfläche führend im Sauvignon Blanc-Anbau ist. Dicht gefolgt von Neuseeland, wo erst seit knapp 40 Jahren kommerzieller Weinbau betrieben wird. Sauvignon Blanc ist eine natürliche Kreuzung aus Traminer und Chenin Blanc.

Sauvignon Blanc ist eine extrem vielseitige Rebsorte, bei der man grundsätzlich zwischen zwei unterschiedlichen Ausbauarten unterscheidet: Laut und exotisch, wie es vor allem in Neuseeland gemacht wird (ganz bekannt ist der Kultwein ‚Cloudy Bay‘ aus Marlborough), oder elegant, würzig und ‚grün‘, wie es die Franzosen insbesondere an der Loire bevorzugen. Dabei reichen die Aromen von Maracuja, Grapefruit und Stachelbeere über Paprika, Gras und Limette bis hin zu Pfirsich und Melone.

Oftmals erfreut einen beim Trinken neben den präsenten, fruchtigen Aromen auch eine knackige Säure. Aber Sauvignon Blanc ist keine ganz unkomplizierte Rebsorte, wenn es darum geht, die Balance zu finden. Er darf nicht zu laut werden, aber auch nicht zu leise. Wenn Frucht, Frische & Säure in einem wunderbaren Verhältnis stehen, ist das Ergebnis pure Trinkfreude! Wir haben für Euch mal ein paar interessante Sauvignon Blancs aus unserem Sortiment zusammen getrommelt:

Aus Neuseeland:

Foggy River

Ein perfektes Beispiel für Neuseelands Sauvignon Blanc-Erfolg: Knackig, erfrischend, exotisch (Litschi, Stachelbeere, Zitronengras, Paprika) und einfach unfassbar schmatzig!

 

 

 

 

 

Aus Frankreich:

Le Libertin

Ein Frei- und Schöngeist in der Flasche. Irre Aromatik mit Litschi, Heu und Paprika. Am Gaumen dann grüner Apfel, Zitrus und Mandarine mit grünen Einschlägen.

 

 

 

 

 

Aus der Pfalz:

Widder – Sauvignon Blanc

Das ist mal ein abgefahrener Sauvignon Blanc. Erst kommt einem Stachelbeere und Brennnessel entgegen. Dann folgen reife, exotische Früchte wie Mango und Ananas, um dann gleich ein intensiv rauchigen Punch abzubekommen. Man wundert sich kurz, schnuppert wieder rein und dann ist alles wieder ganz anders. Verrücktes Zeug, aber unbedingt probierenswert!

 

Weinwissen | Rebsorten-Special: Burgunderfamilie

Willkommen zurück zu unserem Rebsorten-Special!

Wir erinnern uns, was wir bereits gelernt haben: Es gibt Tausende verschiedener Rebsorten weltweit. Die Top 3 Sorten in Deutschland sind Riesling, Müller-Thurgau & Spätburgunder, verteilt auf einer Anbaufläche von circa 103.000 Hektar.

Fast ein ganzes Drittel des deutschen Rebsortenspiegels macht die Reben-Familie aus, mit der wir uns heute beschäftigen wollen. Heute erfahrt ihr ALL ABOUT… BURGUNDER!

Bei der Burgunderfamilie geht es um eine Gruppe von Rebsorten, die auch Pinotsorten genannt werden. Ursprung dieser ist das Burgund, also das Weinanbaugebiet im Mittleren Osten Frankreichs. Dieses kann man grob abstecken durch die Städte Sens, Nevers, Mâcon und Dijon (falls ihr auf Google Maps schauen wollt… ;-)).

Die Gruppe ist relativ breit gefächert und umfasst (je nach zählweise) rund ein Dutzend verschiedene Rebsorten, sowohl weiße als auch rote. Einige Eigenschaften finden sich jedoch in allen Sorten wieder, wodurch die Verwandtschaft auch beim Trinken deutlich wird.

Grundsätzlich fühlen sich die Burgunder – ähnlich wie der Riesling – in den kühleren Weinbauregionen der Welt wohl. Überraschend ist: Kein Land baut so viel Weissburgunder an wie Deutschland (auf mehr als 5.000 ha). Und auch beim Spät- und Grauburgunder stehen wir an dritter Stelle.

Hier kommen nun ein paar wissenswerte Details zu den Burgunder-Sorten, mit denen ihr später angeben könnt:

1. Die Familie der Burgundersorten umfasst rund 12 Rebsorten, wobei als Kern der Gruppe der Spätburgunder (Pinot Noir), Weissburgunder (Pinot Blanc) und der Grauburgunder (Pinot Gris) gelten.

2. Ursprung der Sorten ist nach neueren Erkenntnissen eine Kreuzung aus Gewürztraminer und Schwarzriesling, aus der dann die drei Kernsorten durch Mutation entstanden sind.

3. Weitere Weißweinsorten der Burgunderfamilie sind: Chardonnay, Auxerrois, Aligoté, Melon de Bourgogne, Fromenteau.

4. Weitere Rotweinsorten der Familie sind: Frühburgunder, Blauer Arbst, Pinot Liéblot, Samtrot.

5. Die Weine aus den weissen Burgundersorten zeichnen sich meistens durch einen runden Geschmack und eine nicht zu krasse Säure aus. Wenn sie im Holz ausgebaut werden, können sie aber durchaus mal kräftiger sein.

6. Die Rotweine aus den Burgundersorten sind meist eher schlank und elegant. Auch die Farbe ist häufig nicht so dunkel. Das bedeutet übrigens nicht, dass sie weniger komplex oder qualitativ nicht so gut sind.

7. Aus dem Burgund stammen einige der teuersten Weine der Welt, wie z.B. der Henri Jayer’s Richebourg Grand Cru (ca. 14.400 $) oder Romanée-Conti (ca. 12.000$).

8. In Deutschland werden die Burgundersorten in allen Anbaugebieten mehr oder weniger ausgeprägt kultiviert. Ausreißer nach oben ist die Ahr (fast nur Spätburgunder), nach unten die Mosel (fast nur Riesling).

9. Gerade beim Spätburgunder lassen sich zwei Stile unterscheiden: Burgundisch und Deutsch. Ersterer ist etwas schlanker, kühler und hat mehr Säure und Gerbstoff. Letzterer ist eher reif, höher im Alkohol und hat eine eher marmeladige Frucht.

Um euch geschmacklich selbst davon zu überzeugen, haben wir für euch unsere Weinprobe: Burgunderfamilie zusammengestellt. In dem Paket stecken: Chardonnay, Grauburgunder, Frühburgunder, Weissburgunder und Spätburgunder (als rosé und roter). Also ladet euch ein paar Freunde ein und los geht die Entdeckungsreise!

WEINPROBE: BURGUNDERFAMILIE

Weinwissen | Rebsorten-Special: Riesling

Willkommen zu unserem Rebsorten-Special!

Wein wird aus den Früchten der Edlen Weinrebe (Vitis vinfera) gewonnen. Von dieser Pflanze gibt es verschiedene, unterscheidbare Sorten, die entweder durch Kreuzung oder durch Mutation und anschließende Selektion entstanden sind. Diese nennt man Rebsorten – die bekanntesten wollen wir euch in den nächsten Wochen und Monaten vorstellen.

Die genaue globale Anzahl der unterschiedlichen Rebsorten zu bestimmen, ist etwas kniffliger. Es werden immer wieder Sorten entdeckt, Vergessene wiedergefunden, Neue gezüchtet und vermeintlich unterschiedliche als gleich enttarnt (z.B. Primitivo und Zinfandel). Manch ein Experte spricht von rund 10.000 verschiedenen Sorten, andere liegen in ihrer Einschätzung deutlich darunter. Fest steht, dass es Tausende sind.

In Deutschland sind aktuell 112 Ertragsrebsorten zugelassen, wobei nicht alle davon wirtschaftlich relevant sind. Alleine die Top 10 Sorten belegen knapp 79% der Fläche, auf der Wein angebaut wird. Und wir beginnen heute mit dem absoluten Spitzenreiter Deutschlands. Ihr erfahrt heute ALL ABOUT… RIESLING!

Seit Mitte des 15. Jahrhunderts wird die Rebsorte bei uns angebaut. Mittlerweile sind ein Viertel der deutschen Rebflächen mit Riesling bestockt, um die 23.596 Hektar. Aber warum ist der Riesling so beliebt?

Das liegt an seiner fruchtigen Säure. Diese Kombination macht den Riesling zum unangefochtenen Repräsentanten des deutschen Weins. Rassige Säure und der Duft von heimischen Fruchtaromen wie Apfel oder Pfirsich. Aber nicht nur die Traube selbst, sondern auch die Böden, auf denen die Rebstöcke stehen, und das Klima, in denen sie aufwachsen, spielen eine wichtige Rolle für den Geschmack des Weins. Das eigene Terroir präsentiert der Riesling wie kein anderer. Die Mineralität des Bodens verkörpert er par excellene.

Vergleichen wir steile Moselhänge, die in besonderem Mikroklima erwachsen, mit kalkig-kargen Böden aus der Pfalz, die gestählt sind vom kühlen Klima des Nordens und verwöhnt von der Wärme der Sonne, stellen wir schnell die geschmacklichen Unterschiede fest – selbst als ungeübte Weinkenner. Deutschland liefert an vielen unterschiedlichen Ecken des Landes perfekte Bedingungen für markante Rieslinge. Optimale Anbaubedingungen für unsere Nummer 1 finden sich aber nicht nur in heimischen Gefilden, sondern weltweit. Riesling ist ein echter Globetrotter und fühlt sich vor allem in etwas kühlerem Klima pudelwohl.

Mit seinen vielen Möglichkeiten als Speisenbegleiter hat der Riesling ein weiteres Ass im Ärmel. Viele Weinliebhaber schätzen Rieslinge für ihre große Varianz beim Kombinieren mit Gerichten. Pikante Speisen schafft der Riesling mit links, vor allem wenn er ein bisschen Restzucker hat. Süßlichen Soßen kann er auch etwas entgegenbringen und selbst einem richtig deftigen Gericht kann ein vollmundiger Riesling standhalten.

Um zu verstehen und selbst zu erfahren, welchen Einfluss Klima, Böden und Ausbautechniken innerhalb Deutschlands auf die im Land beliebteste Rebsorte haben, gibt es unser Paket ‚Weinprobe: Riesling‘. Mit dem Paket kommen sechs ausgewählte deutsche Riesling-Weine, dazu werden Hintergrundinfos geliefert und es gibt eine kleine Anleitung für eine Weinprobe zu Hause.

WEINPROBE: RIESLING

 

Weinwissen | Frost – die kalte Seite des Klimawandels

Der Klimawandel ist für die Landwirtschaft schon längst kein abstraktes Konzept mehr, sondern bittere Realität. Für Winzer*innen macht sich dieser Umstand auf mehreren Ebenen bemerkbar. Steigende Temperaturen und höhere Sonneneinstrahlung führen zu immer höheren Zuckerwerten in der Traube und damit zu mehr Alkohol im Wein. Das klingt erst mal nicht verkehrt, ist aber nur bis zu einem bestimmten Punkt gut. Ein leichter Weißwein braucht einfach keine 15 % Vol. Alkohol. Im gleichen Zuge sinken die Säurewerte, wodurch den Weinen Frische fehlt und die Lebensdauer verkürzt wird. Zusätzlich steigen dadurch auch die pH-Werte, was insbesondere Rund um die Gärung sehr problematisch sein kann. Doch der Klimawandel führt nicht nur zu steigenden Temperaturen. Er wirbelt das komplette Wetter-System durcheinander. Extreme Ereignisse wie Hagel und Sommerstürme treten häufiger auf und die Schwankungsbreite der Temperaturen innerhalb der Jahreszeiten ist größer. In den letzten Jahren war es häufig im Frühjahr schon sehr warm, was zu einem frühen Austrieb der Reben geführt hat. Gleichzeitig sind relativ spät im Jahr noch Fröste aufgetreten. Eine tödliche Kombination.

Generell gesprochen sind Reben keine allzu empfindlichen Pflanzen. Sie wachsen auf nahezu jedem Untergrund, überstehen auch kalte Winter mit Temperaturen bis minus 25 °C und lassen sich in Deutschland genauso gut kultivieren wie in Italien, Chile oder Australien. Es gibt allerdings Phasen, in denen die Rebe anfällig für Schädigungen von außen ist, z.B. im Frühjahr, rund um den Austrieb. Die Rebstöcke werden im Winter komplett zurückgeschnitten, sodass nur noch ein bis zwei Äste am Kopf des Knorzes stehen bleiben. Aus diesen Ästen, genannt Bugreben, wachsen die neuen Triebe, an denen später auch die Trauben hängen. Sind die Triebe noch sehr klein, können sie durch Frost absterben. Das bringt die Rebe zwar nicht unbedingt um, kann aber zum kompletten Ernteausfall führen und hat zusätzlich Auswirkungen auf das Folgejahr. Für Winzer*innen also eine absolute Katastrophe!

Über die letzten Jahre hat der Frost immer wieder verheerend zugeschlagen und auch in 2021 gibt es schon die ersten Opfer, vor allem in Frankreich, Norditalien und im Markgräflerland. In der Touraine sind bis zu 70% der Reben betroffen, an der Rhône, im Chablis und im Beaujolais sogar 80-90%. Alleine die Vorstellung, über Nacht 90% der Jahresproduktion zu verlieren, jagt uns Schauer des Entsetzens über den Rücken. Um die Reben vor Frostschäden zu schützen, greifen die Winzer*innen tief in die Trickkiste. Schon ein halbes Grad Unterschied kann über Rettung oder Totalverlust entscheiden und darum lohnt es sich zu kämpfen.

Beim Kampf gegen den Frost gibt es unterschiedliche Ansätze. Der technisch einfachste und gleichzeitig brachialste: Feuer. Um die Temperatur im Weinberg zu erhöhen, entzünden die Winzer*innen alle paar Meter kleine Feuer oder auch eimergroße Weichwachskerzen. Das sieht spektakulär aus, ist aber unglaublich teuer und nicht gerade umweltschonend. Etwas eleganter sind da schon in den Drahtrahmen eingezogene Heizdrähte. Allerdings ist hier der Material-, Wartungs- und Stromaufwand immens.

Generell sind die Kosten häufig der entscheidende Faktor. Kleine Betriebe können sich die aufwendigen technischen Anlagen teilweise einfach nicht leisten. Ein plakatives Beispiel dafür sind Helikopter. Diese werden eingesetzt, um über den Weinbergen zu kreisen und so die kälteste Luftschicht am Boden mit wärmerer Luft aus höheren Schichten zu verwirbeln. Dieser Grundgedanke wird auch andersrum weiter gesponnen, mit sogenannten Invertern. Dabei handelt es sich um Turbinen, die kalte Luft vom Boden ansaugen, das Wasser entziehen und nach oben ausblasen.

Eine weitere Technik ist aus dem Obstbau entlehnt und wirkt erst mal kontraproduktiv. Hierbei werden die Reben beregnet, sodass sich eine dünne Eisschicht bildet. Das Wasser erwärmt sich beim Gefrieren leicht, sodass unterhalb des Eises konstante Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt herrschen. ‚Warm‘ genug, damit kein Schaden entsteht. Knackpunkt bei dieser Methode ist das Wasser, denn es braucht immense Mengen, um die Bewässerung konsequent einzusetzen.

Es gibt also durchaus Möglichkeiten, Frostschutz zu betreiben. Allerdings sind diese aufwendig, teuer und auf lange Sicht nicht förderlich. Dementsprechend setzt bei den Weinbauern ein Umdenken ein, sodass nachhaltige Wirtschaftsweisen immer populärer werden. Wir drücken die Daumen für die anstehenden Eisheiligen und hoffen auf ein gutes Jahr 2021.

Weinwissen | Blut, Schweiß & Tränen – Warum Reben bluten

Das Winzerjahr hat nicht wirklich Anfang oder Ende – es ist ein sich ständig wiederholender Kreislauf mit mehr oder weniger großen Variationen. Was allerdings einen Startpunkt hat, ist die Vegetationsperiode der Reben. Das erste Anzeichen für den Beginn ebendieser ist das Bluten der Reben.

Die Rebstöcke werden im Winter, meist Januar und Februar, komplett zurückgeschnitten. Stehen bleiben nur der Knorz und ein-zwei Äste, genannt Bugrebe. Diese wird zum passenden Zeitpunkt runter gebogen und am Drahtrahmen fixiert. Aus der Bugrebe wachsen die neuen Triebe, welche später die Trauben tragen werden.

Erwärmt sich im Frühjahr der Boden, beginnen als erstes die Wurzeln der Rebe wieder zu arbeiten. Sie nehmen Wasser auf, was zu dieser Jahreszeit reichlich verfügbar ist. Damit kommt der “Kreislauf” der Pflanzen wieder in Schwung, eingelagerte Nährstoffe werden aus dem Altholz in die Extremitäten transportiert und so der Austrieb vorbereitet. An den Schnittkanten des Rebschnitts tritt dieser Rebsaft aus und bildet die sogenannten Rebtränen. Oder anders gesagt – die Reben bluten.

Der Vergleich zum Blut ergibt durchaus Sinn, denn es ist nicht nur eine Flüssigkeit die an einer Verletzung austritt, sondern sie hat auch eine ähnliche Funktion wie bei Mensch und Tier. Die Rebtränen wirken desinfizierend und schützen so die Rebe vor Infektionen (ja, das kann passieren!). Außerdem verschließen sie die Schnittwunden. Tatsächlich haben sie auch eine medizinische Wirkung wie beim Menschen, z.B. bei Hautkrankheiten.

Es ist ein wunderschöner Anblick, wenn in den ersten Sonnenstrahlen des Frühjahrs tausende kleine Rebtränen im Weinberg glitzern. Für den Winzer zeigen sie auch an, dass wieder Schwung in die Pflanze kommt und es Zeit zum Biegen wird, denn nun ist die Bugrebe wieder geschmeidig. Das Zeitfenster für diese Arbeit ist relativ schmal, denn sie muss vor dem Austrieb erledigt sein. Andernfalls läuft man Gefahr die kleinen Triebe beim Anbinden abzubrechen, was sich später in einem Mengenverlust niederschlägt.

Dieses Jahr sind die Reben übrigens vergleichsweise spät dran, da die Witterung bisher sehr kühl war. Das hat den Vorteil, dass mit dem späteren Austrieb die Gefahr von Frostschäden sinkt. Gleichzeitig ist jetzt schon abzusehen, dass es eine recht späte Lese geben wird, denn die Länge der Vegetationsperiode ist konstant. Es ist also wie immer spannend. Drücken wir die Daumen für ein gutes Jahr!

Das Bild hat uns die wunderbare Doro Wörner zur Verfügung gestellt, geschossen in ihren Weinbergen in Rheinhessen.

Weinwissen | Spontangärung – Was, Wie & Warum

Wein ist Vieles – In Flüssigkeit gefangener Sonnenschein, ein Stück Heimat, Kultur, Genuss oder auch stilvolles Rauschmittel. Letztendlich ist Wein aber vergorener Traubensaft. Hier schauen wir mal genauer hin, was das eigentlich bedeutet.

Wer im Biologieunterricht aufgepasst hat erinnert sich vielleicht, dass bei der alkoholischen Gärung Zucker in Ethanol und Kohlenstoffdioxid umgesetzt wird. Verantwortlich für diesen Prozess sind Hefen, was logischerweise auch in der Weinbereitung der Fall ist. Allerdings sind es nicht immer die selben Hefen, die aus schnödem Traubensaft Wein machen. Schon der Start der Gärung ist nicht immer gleich. Mit dem technischen Fortschritt in der Kellerwirtschaft haben sich immer mehr die sogenannten Reinzuchthefen durchgesetzt. Diese werden dem Saft (Most) zugesetzt, um so die Gärung einzuleiten. Das hat mehrere Vorteile. Die Winzer*innen können sich den Hefestamm aussuchen und so den Weinstil beeinflussen. Außerdem sind Reinzuchthefen ziemlich gärsicher, d.h. die Chance ist gut, dass die Gärung auch tatsächlich bis zum Ende läuft und nicht unterwegs stecken bleibt. Was aber gegen den Einsatz dieser Hefen spricht, ist die mangelnde Individualität. Es kam schonmal vor, dass ein Weinlabor etwas zu viel einer bestimmten Hefe eingekauft hat und so gezwungen war sie allen Weingütern in der Region aufzuschwatzen. Das hatte zum Ergebnis, dass fast alle Rieslinge der Gegend am Ende einen ähnlichen Einschlag hatten.

Um das zu vermeiden, können Weingüter auf die ursprüngliche Technik zurückgreifen und spontan vergären. Kurz gesagt wartet man dabei, bis der Most bzw. die Maische von alleine anfängt zu gären, was früher oder später auf jeden Fall passiert. Die dafür nötigen Hefen sind allgegenwärtig. Sie sitzen auf den Trauben, finden sich überall im Weinkeller und auch an den Händen der Winzer*innen. Anders als bei Reinzuchthefen handelt es sich dabei aber nicht um einen einzelnen Stamm oder gar um eine einzelne Hefeart. Die Zusammensetzung der aktiven Mikroorganismen variiert teils erheblich, was Vor- aber auch einige Nachteile mit sich bringt. Auf der Plus-Seite steht die absolute Individualität. Durch Spontangärung entstehen Weine mit einem unverwechselbaren Fingerabdruck, die es so kein zweites Mal geben kann. Unterschiedliche Hefen verstoffwechseln auf unterschiedliche Weise, sodass ein vielfältiges Aromenprofil entsteht. Gleichzeitig ist die spontane Gärung aber auch risikobehaftet. Die Gefahr von Fehltönen und unterbrochenen Abläufen ist deutlich größer und es besteht keine Möglichkeit die Stilistik in eine Richtung zu lenken.

Trotz der Risiken nutzen Winzer*innen wieder vermehrt die spontane Gärung, um individuelle und komplexere Weine herzustellen. Arbeitet man mit gesundem Traubenmaterial ist die Chance gut, dass alles glatt läuft. Zusätzlich kann man mit konsequenter Kontrolle Fehler frühzeitig erkennen und gegensteuern. Auch ist der Ablauf nicht ganz so schwarz oder weiß, wie man vielleicht denkt. Läuft eine spontane Gärung gut, kann man damit anderen Most beimpfen. Läuft die Spontangärung Gefahr stecken zu bleiben, kann man immer noch Reinzuchthefe dazugeben. Wein ist immer noch ein Naturprodukt und man kann die Herstellung nur bis zu einem gewissen Grad planen. Zufall spielt eine große Rolle und die Kunst liegt darin auf Unerwartetes entsprechend zu reagieren.

Hat alles funktioniert, sind spontan vergorene Weine vielschichtig und unverwechselbar. Typisch ist eine etwas wildere, kräutrige Nase, gerne auch mit einem leichten Hefetouch und dem vielzitierten »leckeren Stinker«. Die Frucht ist meistens nicht ganz so glockenklar, dafür aber bunter und die Aromatik tiefer. Hinzu kommt noch ein eher philosophisches Argument. Spontangärung ist naturnäher und die so entstandenen Weine zeigen noch mehr ihre Herkunft. Aus unserer Sicht ist keiner der beiden Wege besser, schlechter oder gar verwerflich. Nur eben anders. Und am Ende ist Vielfalt doch immer schön!

P.S. Wer mal einen Wein mit einer sogenannten „Sponti-Note“ probieren möchte, sollte sich den Riesling von Patrick Kampf zu Gemüte führen. Cheers!