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Weinwissen | Wein & Holz

Das Schlagwort HOLZ taucht immer wieder im Zusammenhang mit Wein auf. Dabei geht es meist darum, ob ein Wein im Holzfass ausgebaut wurde oder nicht. Die wichtigsten Punkte rund um Holz & Wein, haben wir euch mal zusammengefasst.

Weinfässer werden i.d.R. aus Eichenholz hergestellt, das sich aufgrund der Härte und des geringen Harzgehaltes optimal dafür eignet. Man unterscheidet zwischen französischer bzw. europäischer Eiche, die mit der Faser gespalten werden und am Ende eleganter im Geschmack sind. Diese Fässer sind jedoch auch teurer, als die aus amerikanischer Eiche. Diese werden in Form gesägt und sind daher günstiger aufgrund der einfacheren Herstellung. Sie sind jedoch auch derber im Geschmack. Wieso soll man nun überhaupt Weine in ein Holzfass legen? Zum einen hatte man früher gar keine andere Wahl: Edelstahltanks sind in der über 2000-jährigen Geschichte des Weinbaus eine neue „Erfindung“. Zum anderen findet folgender Prozess statt: Holz atmet, d.h. es ist nicht luftdicht und es findet eine Mikrooxygenierung statt. Es kommt also weiter etwas Sauerstoff an den Wein. Dadurch verändert sich zum einen die Frucht, die eher reifer wird und manchmal auch Richtung Dörrobst geht. Zum anderen wird der Gerbstoff weicher. Insgesamt wird ein Wein durch den Fassausbau harmonischer. Es werden sowohl rote, als auch weisse Weine in Holzfässern ausgebaut. Egal ob rot oder weiß: Der Wein muss von sich aus die Kraft haben, damit er nicht vom Holz erschlagen wird. Je kleiner ein Fass ist, desto größer ist die Holzoberfläche pro Liter Inhalt und dementsprechend größer ist auch der Einfluss. Die gängigste Größe für Fässer sind 225 Liter. Diese Fässer werden Barriques genannt.

Bevor die Fässer für den Weinausbau das erste Mal genutzt werden können, müssen sie innen ausgebrannt werden. Dieser Vorgang nennt sich toasten. Es gibt unterschiedliche Toastungsgrade. Je stärker das Toasting, desto mehr rauchige Aromen sind am Ende im Wein. Typische, mit dem Holzausbau verbundene (Rauch-)Aromen sind: Vanille, Kaffee, Kakao, Leder, Zedernholz, Tabak und Räucherspeck. Wieso macht man das nicht mit jedem Wein? Zum einen sind Holzfässer teuer! Neue Barriques kosten zwischen 400€ und 1200€ und werden meist „nur“  3 – 4 mal benutzt. Es gilt: Je neuer das Fass, desto größer der Einfluss auf den Wein. Alternativen wie Chips (Eichen-Hackschnetzel im Netz, (ähnlich wie ein großer Teebeutel) oder Staves (Eichenbretter; werden innen am Stahltank angebracht) ahmen den Holzausbau nach. Allerdings bringen sie lediglich die Raucharomen mit, nicht aber den harmonisierenden Effekt der Mikrooxygenierung. Zum anderen entscheidet der Winzer was für einen Wein er haben möchte. Nicht jeder Wein soll ein breites Ding mit fetten Röstaromen werden. Junge und frische Weine beispielsweise gelingen auch im Edelstahlank.

Viel entscheidender: Ihr könnt die Unterschiede auch einfach erschmecken. Wir haben für euch ein passendes Probenpaket zusammengestellt! Schaut doch mal HIER.

Weinwissen | Was ist Terroir?

Ein Wort, das vor allem Wein.Nerds gerne mal in den Mund nehmen: ‚Terroir‘. Aber was soll das eigentlich sein? So genau definiert ist es nicht, aber wir versuchen uns einmal einer Definition zu nähern. Terroir hat vor allem etwas mit dem Boden zu tun, auf dem die Reben wachsen. Dieser kann regional sehr unterschiedlich sein: Von Löss über Kalk, Lehm, Schiefer oder Kies, alle Bodenarten haben unterschiedliche Eigenschaften. So speichern manche Böden beispielsweise mehr Wasser oder Wärme, was das Wachstum und den Nährstoffgehalt der Trauben beeinflussen kann.

Doch der Begriff ‚Terroir‘ meint nicht nur die Bodenbeschaffenheit, sondern steht auch für den Ursprungsort der Weinreben mit all seinen Eigenschaften: Boden, Klima, kulturelle Weinbergspflege und für die in der Region typischen Herstellungsprozesse und Kellertechniken. Die Kunst im Weinbau ist es nämlich, aus den natürlichen Gegebenheiten, also dem Klima und dem Boden, welcher über Millionen von Jahren durch die Natur geformt wurde, das Beste herauszuholen. Das fängt bei der Wahl der Rebsorte an und endet bei der Arbeit im Weinkeller. Hier gilt für viele Winzerinnen und Winzer folgender Leitgedanke: Die Qualität des Weins entsteht im Weinberg und nicht im Weinkeller. Gemeint ist damit, dass Einflussfaktoren wie Klima, Böden, Niederschläge, Sonnenstunden aber auch die Arbeit beispielsweise von Hand im Weinberg die Qualität des Weins (mit)bestimmen. Das lässt sich im Weinkeller nicht nachholen. All diese Einflussfaktoren lassen sich also unter dem Begriff ‚Terroir‘ zusammenfassen.

Anhand von drei Beispielen wollen wir noch einmal auf die unterschiedlichen Böden eingehen, auf denen Weinreben wachsen und die das Terroir maßgeblich beeinflussen.

Schiefergestein an der Mosel

Beispiel: Schiefergestein an der Mosel

Das Schiefergestein prägt nicht nur das Bild in den Weinbergen, es ist der entscheidende Faktor, der die Moselrieslinge so einzigartig macht. Schiefer erwärmt sich schnell, speichert die Wärme und gibt sie nachts wieder ab. Das beeinflusst die Reife der Trauben. Darüber hinaus sorgt der Schiefer für die typische Mineralik im Moselriesling, die man schon beim ersten Schnuppern des Weins im Glas bemerkt. Probiert doch einmal selbst die Rieslinge von Markus Hüls.

Kreidefels in der Champagne

Beispiel: Kalk- und Kreideböden in der Champagne 

Es gibt viele Gründe dafür, dass Champagner als der beste Schaumwein der Welt gilt. Einer davon ist definitiv das besondere Terroir in der Champagne. Die beiden Burgundersorten, die meist im Champagner stecken (Chardonnay und Pinot Noir), reifen auf diesem Untergrund perfekt und sorgen für die frische Mineralik im Schampus. Auch im Weinberg sieht man schon, dass es sich um eine besondere Bodenart handelt: helles und poröses, fast staubiges Gestein prägt die Landschaft. Probiert doch einmal, wie so ein Chardonnay-Champagner schmeckt. Thibaud Brocard macht seinen Bulles de Blancs aus 100% Chardonnay-Trauben.

Beispiel: Rotliegendes an der Nahe

Rotliegendes an der Nahe

An der Nahe gibt es verschiedene Bodenarten. Wir haben uns als Beispiel einmal das ‚Rotliegende‘ in Mandel ausgesucht. ‚Rotliegendes‘ ist eigentlich verwitterter roter Buntsandstein. Und woher der Name dafür kommt, sieht man sofort: es schimmert wirklich rot in den Weinbergen. Dieser Boden ist ähnlich wie der Schiefer ein idealer Wärmespeicher und beeinflusst so die Reife der Trauben (positiv). Probiert doch einmal den salzig-mineralischen „Riesling vom Rotliegenden“ vom Weingut Baumberger.

Weinwissen | Was passiert in der Weinlese?

Der wichtigste Zeitpunkt des Jahres, zumindest für die Weinwelt: die Weinlese. Auf den Zeitpunkt der Traubenernte arbeiten die Winzerinnen und Winzer knapp ein Jahr hin und erhalten dann hoffentlich die Belohnung für ihre harte Arbeit. Die passionierten Weintrinker*innen warten dann im Folgejahr schon gespannt auf den neuen Jahrgang. Aber was passiert bei der Weinlese eigentlich genau? Wir geben euch einmal einen kurzen Überblick.

Wann wird denn geerntet?

Auf der Nordhalbkugel im Herbst, meist im September und Oktober, und auf der Südhalbkugel (Afrika, Lateinamerika, Australien…) im Frühling. Der genaue Zeitpunkt kann jedoch selbst in einem Weinanbaugebiet von Weingut zu Weingut extrem variieren. Das hängt vor allem davon ab, wann die Trauben reif sind. Unterschiedliche Rebsorten werden beispielsweise zu unterschiedlichen Zeitpunkten reif, aber auch die Lage und das Wetter haben einen großen Einfluss. Letztendlich kommt es auf den Winzer oder die Winzerin an, der die Trauben probiert und auch den Zuckergehalt messen kann und dann entscheiden muss, wann er sie erntet.

Wie wird geerntet?

Ein Bild aus einer Steillage am Rhein bei Rüdesheim.

Hier gibt es eine große Glaubensfrage, um die sich meist vieles dreht: wird per Hand oder mit der Maschine gelesen?! Vorneweg: keine der Methoden ist per se besser oder schlechter. Es geht einfach darum welche Art Wein man produzieren möchte. Bei Weinen hoher und höchster Qualität aus besonderen Lagen kommt man eigentlich nicht um die Handlese drumrum. Das funktioniert dann so: mehrere Erntehelfer (ca 10-30, je nach Bedarf) kommen zum Weingut, oder übernachten dort sogar für einige Tage oder Wochen, und ziehen dann gemeinsam durch die Rebzeilen und schneiden von Hand die Trauben ab. Dabei können sie beschädigte, schimmlige oder vertrocknete Trauben direkt aussortieren. Die Trauben werden in kleinen Eimern gesammelt, welche immer wieder in einem Sammelbehälter entleert werden. Ein Vorteil ist, dass die einzelnen Beeren, die an den Trauben hängen, so nicht beschädigt werden. Das ist für manche Verfahren der Weinbereitung eine wichtige Voraussetzung, beispielsweise für die Kohlensäuremaischung. In manchen Lagen, wie beispielsweise in Steillagen an der Mosel oder in den Terrassenweinbergen im Douro Tal, muss man ohnehin auf die Handlese setzen, da dort aufgrund der extremen Steigung bzw. der Terrassierung keine Lesemaschinen eingesetzt werden können. Die Handlese trägt also dazu bei die Qualität der Trauben zu bewahren, damit man im Keller auch große Weine daraus zaubern kann.

So sehen gesunde, von Hand gelesene, Trauben im Sammelbehälter aus.

In flacheren Lagen ist es jedoch möglich mit Hilfe von sogenannten Vollerntern die Trauben zu ernten. Diese riesigen Maschinen nehmen eine Rebzeile in die Mitte (sie sind deshalb meist sehr hoch) und rütteln an den Reben, bis die Beeren abfallen. Das Traubengerüst (also die Stiele) bleiben am Rebstock hängen. Hier kann natürlich keine Selektion erfolgen und die einzelnen Beeren werden durch das Rütteln eher beschädigt als bei der Handlese. Dafür schafft die Maschine in einer Stunde die Arbeit von 30 geübten Erntehelfern. Ein weiterer Vorteil neben der Zeitersparnis ist, dass so die Trauben eines Weinbergs schneller und vor allem fast zeitgleich im Weingut zur Weiterverarbeitung ankommen. Dies kann für die Weiterverarbeitung ein wichtiger Faktor sein und verhindert zudem, dass die Trauben an heißen Tagen eine (unerwünschte) wilde Gärung im Weinberg starten.

Was passiert im Weingut?

Schon im Weinberg trifft der Winzer oder die Winzerin viele Entscheidungen, die großen Einfluss auf das fertige Produkt haben. Handlese oder Maschinenlese ist dabei nur ein Beispiel. Im Weingut geht das natürlich weiter: wie sollen die Weine vergoren werden? In welchen Fässern werden sie gelagert? Wie lange dauern die einzelnen Prozessschritte und so weiter. Ein Grundsatz gilt dabei jedoch universell: was im Weinberg nicht geleistet wurde, kann im Keller nicht mehr aufgeholt werden. Das heißt, dass es nach der Ernte eben darum geht das beste aus dem Lesegut (also den geernteten Trauben) herauszuholen.

Eine vertrocknete Traube, so etwas wird aussortiert.

In der Regel werden die Trauben, wenn sie von Hand gelesen wurden, erst einmal entrappt: Also die Beeren werden vom Stil getrennt. Dafür gibt es eine spezielle Maschine. Anschließend werden die Trauben direkt abgepresst, sofern man denn keine Maischestandzeit möchte (was das ist, haben wir HIER erklärt). Auch dafür gibt es eine Maschine, die Kelter. Übrig bleiben nach diesem Vorgang die Traubenkerne und Schalen, die als natürlicher Dünger wieder in die Weinberge kommen und der trübe Traubensaft. Dieser kann anschließend zu Wein vergoren werden. Während die Gärung und die weiteren dazugehörigen Prozessschritte länger dauern (mind. einige Wochen), vergehen von der Ernte der Traube bis zum Abpressen des Saftes nur wenige Stunden – wenn der Winzer das alles direkt machen möchte. Vielleicht wird jetzt auch klar wieso es den „Federweissen“, also neuen Wein, nur im Herbst gibt. Denn das ist quasi ein Zwischenschritt, der unmittelbar nach der Weinlese eingelegt wird. Was das genau ist, könnt ihr HIER noch einmal nachlesen. Welche verschiedenen Wege und Varianten es in der Weinbereitung gibt, die sich vom hier geschilderten einfachen „Standardverfahren“ unterschieden, findet ihr ebenfalls hier auf dem Blog. Klickt euch einfach mal durch die Rubrik „Weinwissen“.

Weinwissen | Maische & Mazeration

Der Begriff Mazeration kommt eigentlich aus der Chemie und bedeutet erst einmal nur, dass sich Bestandteile eines physikalischen Körpers in einer Flüssigkeit lösen. Ok, das klingt furchtbar technisch und langweilig… also erklären wir das mal ganz konkret am Beispiel Trauben und Wein!

So wird aus den Trauben durch Stampfen die Maische.

Zuerst müssen wir uns einmal klarmachen, dass der Prozess der Mazeration während der Maische abläuft. Puh, was ist das schon wieder? Ganz einfach: als Maische bezeichnet man die Masse, die aus zerdrückten Trauben entsteht. Hierfür werden entweder Druckwalzen eingesetzt oder ganz klassisch und einfach die Füße! Beim Maischen wird nicht bloß der Saft von den Traubenschalen getrennt, sondern es werden auch gleichzeitig Aromastoffe freigesetzt. Fast alle Rotweine und auch ein Großteil der Weißweine werden vor dem Pressen oder Gären zuerst eingemaischt. Dieser Vorgang ist auch für die spätere Farbe des Weins wichtig, da diese, je länger der Wein auf den Schalen steht, intensiver wird. Denn die Farbstoffe sitzen in der Traubenschale. Weißweine und Roséweine werden in der Regel nach nur wenigen Stunden auf der Maische abgepresst. Mehr zur Herstellung von Rosé könnt ihr auch HIER noch einmal nachlesen.

Hinterher: die Maische aus Rotweintrauben.

Das Einmaischen und die Mazeration sind also ein wichtiger Schritt im Prozess der Weinherstellung, um Farbe und Aroma des Weins maßgeblich zu bestimmen. Es gibt noch eine Sonderform der Mazeration, die wiederum ganz eigensinnige Weine hervorbringt: die Macération Carbonique oder zu deutsch, die Kohlensäuremaischung. Dafür müssen die Trauben, besser gesagt die Beeren, möglichst unversehrt sein. Das bedeutet, dass sie von Hand gelesen werden müssen. Die Trauben kommen dann in einen großen Bottich und werden luftdicht verschlossen. Um den Sauerstoff zu verdrängen, wird meist noch CO2 zugegeben. Anders als bei der normalem Maischegärung gärt nun nicht der angestampfte Most, sondern es findet eine Gärung IN den Traubenbeeren statt. Bestimmte traubeneigene Enzyme werden so abgebaut und umgewandelt. Dadurch werden die Weine am Ende fruchtbetonter und haben dann beispielsweise Dörrobst- oder Rumtopfaromen. Der Prozess der Kohlensäuremaischung stoppt jedoch mangels Sauerstoff und weiterer zu vergärender Stoffe in der Traube ab einem bestimmten Punkt. Dann hat das Gemisch meist ungefähr 2 Volumenprozent Alkohol erreicht – ist also noch nicht auf dem richtigen Weg, um ein vollwertiger Wein zu werden. Deshalb werden die Trauben anschließend abgepresst und es schließt sich die normale (Maische)Gärung mit Hilfe von Hefen an. Die Hefen können entweder natürlich aus dem Keller kommen (Spontangärung) oder es können Zuchthefen eingesetzt werden.

Weinmachen kann manchmal echt technisch und chemisch sein, aber das gehört eben genauso dazu wie Leidenschaft und Kreativität.

Weinwissen | Wie kommt der Alkohol in den Wein?

Ganz einfach: Glucose —> Ethanol + Kohlenstoffdioxid. Was hier zunächst kompliziert aussieht, ist im Prinzip ganz simpel. Die Traube beinhaltet Glucose, auch besser bekannt als Traubenzucker. Je besser das Wetter (mehr Sonne), desto reifer können die Trauben werden. Mit der Reife steigt wiederum der Zuckergehalt in der Traube. Wer einen Weinberg in der Nähe hat, sollte unbedingt mal einen Geschmacksvergleich zwischen einer jungen und einer fast erntereifen Traube machen. Während die junge Traube noch sehr sauer ist, könnte man von der süßen reifen gleich eine ganze Rebzeile voll verputzen.

Sind die Trauben reif und geerntet, kann die alkoholische Gärung auf zweierlei Arten in Gang gebracht werden. Zum einen durch wilde Hefen, welche natürlich im Weinberg vorkommen und eine sogenannte Spontanvergärung auslösen. Zum anderen werden gezielt Zuchthefen eingesetzt, mit denen man den Gärverlauf gut kontrollieren und den Geschmack des Weines deutlich beeinflussen kann. Während der Gärung passiert dann Folgendes: Die Hefe baut die Glucose der Traube zu Ethanol (Alkohol) und Kohlenstoffdioxid ab. Wenn man frisch abgefüllten Wein trinkt, beinhaltet dieser häufig noch das Kohlenstoffdioxid in Form von Gärungskohlensäure, welche sich aber im Laufe der Zeit verflüchtigt. Je mehr Glucose im Laufe des Prozesses vergoren wird, desto trockener wird der Wein und desto höher fallen die Alkoholangaben auf dem Etikett aus.

Möchte der Winzer nicht den kompletten Zucker vergären, zum Beispiel um Restsüße Weine herzustellen, kann er die Hefen beispielsweise durch das Senken der Temperatur des gärenden Weins, stoppen. Sie sterben ab und so bleibt – je nach Zeitpunkt – die gewünschte Menge Restzucker im Wein. In der Regel sind die Weine auch etwas leichter im Alkohol, da natürlich weniger Zucker in Alkohol umgewandelt wurde. Wein ohne Alkohol herzustellen, der auch wirklich nach Wein schmeckt, ist übrigens auch deshalb so schwer, weil Alkohol ein wichtiger Geschmacksträger ist.

Food Friday x Weinwissen | Federweißer

Dieses mal gab es zum Food Friday einen Klassiker, den man in jeder Weinregion kennt: Zwiebelkuchen! Das ist nämlich der perfekte Begleiter zu unserem heiß geliebten Federweißen.

Und so geht´s

  • 30g Butter
  • 500g Zwiebeln
  • 300g Saure Sahne
  • 3 Eier
  • 1 EL Mehl
  • Kümmel & Salz, optional: Speck
  • Für den Boden kann man einen klassischen Mürbe- oder Hefeteig nutzen

Den Teig in eine gefettete Springform drücken. Zwiebeln klein schneiden. Butter in der Pfanne zerlassen und zwiebeln glasig andünsten. Mehl, Eier, Sahne, Kümmel und Salz verrühren und anschließend die Zwiebeln dazu geben. Masse auf dem Teig verteilen und ab damit in den Ofen für 30 Minuten bei 200 Grad Umluft. Bis der Zwiebelkuchen fertig ist, kann man schon einmal den Federweißen probieren.

 

 

Federweißer – was soll das eigentlich sein?

Als Federweißen, neuen Wein oder weißen (bzw. roten) Rauscher bezeichnet man Traubenmost ab dem Beginn der Gärung. Also quasi das leckere Zeug auf dem Weg vom Traubensaft zum Wein. Er ist oft noch etwas trübe und je nachdem ob er aus weißen (Federweißer) oder roten (Roter Rauscher) Trauben gemacht wurde, ist er eher gelblich oder dunkelrot. In Weinregionen fährt man einfach mit ein paar leeren Flaschen zum nächsten Winzer und lässt sich direkt & frisch aus dem Tank die Pullen füllen. Achtung, die Flaschen nicht ganz zudrehen. Der Wein blubbert weiter und kann sonst die Flaschen bersten lassen. Den heutigen, äußert leckeren Federweißen haben wir von unserem GW-Teammitglied und Winzer Jens aus dem Weingut George. Eines bleibt beim Genuss jedoch zu beachten: Sowohl der Zwiebelkuchen als auch das Gläschen Federweißer sollten in Maßen genossen werden. Sonst geht ganz schön die Post ab 😉

Kein Winzer in der Nähe?

Nun kann es sein, dass man gar keinen Winzer in der Nähe hat, bei dem man Federweißen holen könnte. Aber selbst wenn man in einer Weinregion lebt, Federweißen gibt es natürlich nicht das ganze Jahr, sondern nur in der Weinlesezeit. Denn nur dann wird der Traubenmost zu Wein vergoren. Außerdem ist Federweißer nicht länger als ein paar Tage haltbar, es ist ja ein unfertiges Produkt. Trotzdem muss man auf Zwiebelkuchen und einen trüben Prickler außerhalb der Weinlesezeit nicht verzichten! Denn es gibt Pét Nat, das ist eine Art Sekt für dessen Herstellung der noch gärende Most in Flaschen gefüllt wird. Mehr dazu lest ihr HIER.

W EI N E M P F E H L U N G: 

Wein.Beginner | Weissburgunder von Bettina Schumann: Mirabelle, Birne, Schmelz! Ein zugänglicher fruchtig und leicht würziger Wein aus Baden, der es mit dem Zwiebelkuchen definitiv aufnehmen kann.

Wein.Lover | Vertruen Chardonnay: Birne, Mandel, Schmelz! Die perfekte Pulle, um alle Menschen von dem ABC (Anything but Chardonnay) Stigma zu befreien und zu zeigen, dass Chardonnay nicht immer fett und mit Holz überladen sein muss. Trinkig, eine Menge Apfel und Birne im Glas und ein Hauch von Mandel runden den Wein ab.

Wein.Nerd | Pét Nat RAW White von Eschenhof-Holzer: Yuzu, Apfel, Frisch! In der Nase überkommt euch ein brotig-hefiger Duft mit Noten von Yuzu, grünem Apfel und Zitrone, wie man es eigentlich von dem ein oder anderen Champagner kennt. Der erste Schluck wird euch direkt überzeugen. Power, Frucht und eine frische Säure, die zum nächsten Schluck einlädt. Lasst die Korken knallen… äh die Flasche Ploppen!

 

Weinwissen | Was sind Sulfite?

Was, da ist Schwefel in dem Wein? Genau das sagt »Enthält Sulfite«, was meist im Kleingedruckten auf dem Rückenetikett steht, aus. Dieser Schwefel ist für den Wein unglaublich wichtig, solange wir klare Weine haben wollen, die auf der Flasche nicht mehr vor sich hinblubbern. Denn der Schwefel stabilisiert den Wein. Zum einen unterbindet er, dass er weiter gärt und zum anderen schützt er den Wein vor Oxidation – also das zu viel Sauerstoff den Wein negativ beeinflusst.

Wein ohne Schwefel ist aktuell nicht wirklich denkbar. In der Naturwein-Bewegung wird aber aktuell damit experimentiert Wein ohne, oder zumindest mit minimalen Schwefeleinsatz auf die Flasche zu bringen. HIER könnt ihr mehr zum Thema ungewöhnliche Weine und Naturweine nachlesen. Ist Schwefel denn überhaupt „gefährlich“? In diesen Konzentrationen auf keinen Fall! Viele andere Lebensmittel haben wesentlich höhere Schwefelkonzentrationen als Wein und trotzdem haben wir noch nie auf einer Banane den Hinweis »Enthält Sulfite« gelesen.

Weinwissen | Rebsorten

Die Frage, was eine Rebsorte ist und wieviele es davon gibt, taucht bei unseren Weinmomenten immer wieder auf. Ersteres ist relativ leicht zu beantworten: Wein wird aus den Früchten der Edlen Weinrebe (Vitis vinfera) gewonnen. Von dieser Pflanze gibt es verschiedene, unterscheidbare Sorten, die entweder durch Kreuzung oder durch Mutation und anschließende Selektion entstanden sind. Diese nennt man Rebsorten.

Genau die globale Anzahl der unterschiedlichen Rebsorten zu bestimmen, ist etwas kniffliger. Es werden immer wieder Sorten entdeckt, vergessene wiedergefunden, neue gezüchtet und vermeintlich unterschiedliche als gleich enttarnt (z.B. Primitivo und Zinfandel). Jens Priewe (Autor von u.a. „Wein – die neue große Schule“) spricht von rund 10.000 verschiedenen Sorten. Kym Anderson (Direktor des Wine Economics Research Centre Adelaide) liegt in seiner Einschätzung deutlich darunter. Fest steht, dass es tausende sind. 

Die Unterschiede erkennt man manchmal auch, wenn man durch die Weinberge spaziert. Zum einen sind die Trauben weißer Rebsorten idR grün bis rötlich, Rote Rebsorten wiederum bläulich bis lila. Auch die Beeren der Trauben unterscheiden sich. Bei manchen Rebsorten hängen sie relativ locker, bei anderen dicht gepackt. Mal sind sie größer, mal kleiner. Die Unterschiede lassen sich also nicht nur erschmecken, sondern manchmal sogar schon im Weinberg erspähen.

In Deutschland sind aktuell 112 Ertragsrebsorten zugelassen, wobei nicht alle davon wirtschaftlich relevant sind. Alleine die Top 10 Sorten belegen knapp 79% der Fläche auf der Wein angebaut wird. Die Top 20 Rebsorten belegen sogar 95% der Rebfläche. Im Umkehrschluss bleiben für die anderen 92 Sorten nur noch 5% der Fläche, also so wenig, dass sie etwas hinten runter fallen. Darum kennt auch kaum ein Mensch Tauberschwarz, schwarzen Gänsfüsser oder gelben Kleinberger. Die Top 3-Sorten in Deutschland sind Riesling (weiß), Müller-Thurgau (weiß) und Spätburgunder (rot). Wenn ihr mal in einem Weingut seid und eine (euch) unbekannte oder seltsame klingende Rebsorte auf der Karte entdeckt, probiert die doch mal. Die Chancen stehen gut, dass es sich um eine eher selten angebaute Rebsorte handelt, zu der euch der oder die Winzer/in eine spannende Geschichte erzählen kann.

Weinwissen | Wein lagern

Ihr wollt ein paar Flaschen zu Hause lagern, habt aber keinen Weinkeller? Geht das? Klar! Will man direkt in der „Profi-Liga“ spielen, kann man sich einen Weinklimaschrank kaufen. Die gibt es mittlerweile auch zu erschwinglichen Preisen. Trotzdem sind sie noch verhältnismäßig teuer und man benötigt dafür auch den entsprechenden Platz. Deshalb haben wir ein paar Tipps für euch, wie man auch in seiner Wohnung ein paar Flaschen auf Vorrat halten kann. Kühl, nicht zu trocken, möglichst dunkel – das sind die Anforderungen. Also gilt es die dunkelste, kühlste Stelle der Wohnung zu finden! Manchmal ist es der Vorratsschrank, das ungeheizte Gästezimmer, oftmals aber auch der Platz unter dem Bett.

Habt ihr den passenden Platz gefunden, kommt es auch auf die Flaschenposition an. Habt ihr Flaschen mit Korken, solltet ihr sie liegend lagern, damit der Korken benetzt bleibt und nicht austrocknet. Sektflaschen sollten jedoch (trotz Korken) stehend gelagert werden. Hat ein Wein einen Schraubverschluss könnt ihr euch die Position aussuchen. Für eine jahrelange Lagerung ist, neben entsprechend hochwertigem Wein, ein richtiger Keller oder Klimaschrank dann doch unerlässlich. Sonst ist man eventuell nach 5 oder 10 Jahren Warten enttäuscht, wenn der Wein die Zeit nicht überstanden hat. Es muss übrigens nicht gleich ein Weinkeller sein. Ein richtiger Keller mit möglichst konstanter Temperatur – also kein Heizungskeller oder ähnliches – eignet sich in der Regel auch. Wer, wie wir, oft zu ungeduldig ist, um lange zu warten, sollte einfach weiterhin Wein bestellen, in den Kühlschrank legen und jung & frisch genießen. Prost!

Weinwissen | Was sagt der Preis?

Ist ein Wein sein Geld wert? Ist teuer gleich gut? Also ein 20 Euro-Wein automatisch besser als einer für 5 Euro? Den Preis für die Weine machen in erster Linie die Winzer und Winzerinnen. Einige Preisentscheidungen lassen sich hierbei auf die Produktionsmenge zurückführen. Meistens hat der Winzer bei den hochwertigeren Weinen eine geringere Erntemenge als bei den Basis-Weinen. Hier verzichtet der Winzer oftmals auf einen großen Ertrag, indem er Trauben vom Stock schneidet, um die Aromenkonzentration in den verbleibenden Trauben zu erhöhen. So produziert er allerdings am Ende weniger Flaschen und muss daher den Preis höher ansetzen, um die zusätzliche Arbeitszeit zu rechtfertigen. Diese liegt bei einem hochwertigen Wein bei vielen Stunden intensiver Bearbeitung im Weinberg und Keller.

Wird der Wein außerdem noch in ein Barriquefass gelegt, welches allein schon mehrere hundert Euro kostet, muss der Winzer dieses und die Lagerzeit ebenfalls in den Preis einkalkulieren. Klingt fair, oder?

Auf der anderen Seite, spielt das Renommee des Weinguts eine wichtige Rolle. Je besser der Ruf eines Weinguts und je begehrter ein Wein ist, desto teurer kann man ihn verkaufen. Wenn dann von so einem Wein nur noch eine kleine Menge eines tollen Jahrgangs existiert, steigt die Preisbereitschaft automatisch weiter. Das schöne am Wein ist eben seine Vielseitigkeit und der Einfluss der Natur, welche jeden Jahrgang besonders und einzigartig macht.

Es kann natürlich auch passieren, dass man von einem renommierten Weingut das eine oder andere Fläschchen erwischt, welches qualitativ nicht besser ist, jedoch preislich weit über gleichwertigen Weinen liegt. Daher legen wir als Händler einen großen Wert darauf, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis bei den Weinen stimmt. Andernfalls würde man enttäuscht werden und am Ende keine Lust mehr auf Wein haben – das wäre fatal! Am wichtigsten ist sowieso – egal ob günstiger Wein oder ein teurerer Vertreter – der Wein muss schmecken 😉