Unser Rebsorten-Special geht in die nächste Runde. Heute auf dem Plan:

ALL ABOUT… SPÄTBURGUNDER!

Herkunft & Abstammung – Der Spätburgunder, auch Schwarzburgunder, Blauburgunder oder Pinot Noir genannt, hat eine sehr lange und alte Geschichte. Als Heimatland der Pinotsorte gilt Frankreich (die Anbauregion Burgund). Die genaue Abstammung ist allerdings noch ungeklärt und wird in der Wissenschaft unterschiedlich diskutiert. Die einen sprechen von einer natürlichen Kreuzung von Schwarzriesling mit Traminer, die anderen sind der Überzeugung, dass Pinot Noir wahrscheinlich in direkter Linie von der Wildrebe abstammt. Im Jahr 884 brachte Kaiser Karl III. die Sorte an den Bodensee. Seitdem ist der Spätburgunder auch in Deutschland heimisch und erlangte einen nicht unbeachtlichen Bedeutungszuwachs mit der Ausweitung der Sektproduktion, für die man reine Burgunderweine anpflanzte. Damit gehört der Spätburgunder neben der Rebsorte Riesling zu den begehrtesten Grundweinen für Sekt. In der Champagne ist der Pinot Noir wichtigster Bestandteil des Champagners und macht ca. 38% der Rebfläche aus. Hier werden die Trauben gepresst und der helle Saft ohne die Schalen vergoren (die Farbe sitzt in den Traubenschalen), sodass ein Weißwein entsteht. Sortenreiner Schaumwein aus Spätburgunder wird unter der Bezeichnung „Blanc de Noirs“ vermarktet.

Wo wächst Spätburgunder? – Kurz zusammengefasst: Überall dort, wo es nicht zu heiß ist. Daher wird Spätburgunder mit einer Rebfläche von 86600 ha weltweit angebaut. Fun Fact: Spanien, das größte Weinbaugebiet weltweit, hat allerdings keinen nennenswerten Pinot Noir Ausstoß! In den deutschen Weinbaugebieten sind vor allem Baden (die Region am Kaiserstuhl) und Ahr Spitzenreiter. Die edle und sehr alte Sorte verlangt allerdings höchste Sorgfalt vom Winzer und stellt hohe Ansprüche an Klima und Boden. Am besten gedeiht sie in sogenannten Rieslinglagen, also in den besten Lagen. Sind die Wuchsbedingungen gut, läuft sie zur Hochform auf.

Woher stammt der Name? – Achtung, Angeberwissen: Der französische Begriff „Pinot“ leitet sich wahrscheinlich von der lang gezogenen Form der Pinot-Trauben ab, die dem Zapfen einer Kiefer (frz. „pin“) recht ähnlich sind. Die im deutschsprachigen Raum übliche Bezeichnung „Burgunder“ ist keine Übersetzung des französischen Namens, sondern die Gebietsbezeichnung, aus der die Rebe stammt. (Logisch, oder?)

Was ist das Besondere an ihr? – Spätburgunder wird nicht nur als die Königin unter den roten Rebsorten bezeichnet, sondern auch als „Diva“. Sie ist sehr empfindlich gegen eigentlich alles! Fäulnis, Hitze und sogar Wind. Die dünnhäutigen Beerenschalen verlangen eine sehr sorgsame Pflege und sind der Grund, dass traditionelle Vertreter meist milde, gerbstoffarme Weine mit wenig Farbintensität ergeben.

Farbe und Geschmack? – Typische Spätburgunder Farben sind vor allem Rostrot bzw. Rubinrot mit violetten Nuancen. Wein.Beginner erkennen ihn am einfachsten daran, dass er erstaunlich klar im Glas ist und man fast durch ihn hindurch sehen kann. Der Geschmack ist besonders durch eine intensive Fruchtigkeit geprägt. Eine moderate Säure gepaart mit Fruchtnoten erinnert gerne an den Geschmack von Cranberrys und Himbeeren. Je nach Ausbau im Holz nehmen Spätburgunder weitere Noten von Vanille, Nelken, Lakritz oder Pilzen an.

Die teuersten Spätburgunder? – Wenig überraschend stammen die teuersten Pinot Noirs aus dem Burgund. Spitzenreiter ist der Domaine Leroy Musigny ist mit einem Durchschnittspreis von 28.182 Euro! Dahinter folgen der Domaine de la Romanée-Conti Grand Cru mit 18.782 Euro und der Domaine Roumier Musigny Grand Cru mit 13.423 Euro pro 0,75 Liter-Flasche. Keine Schnäppchen-Preise aber für den ein oder anderen sicher eine gute Wertanlage. 😉

Wir haben für Euch mal ein paar interessante Spätburgunder aus unserem Sortiment zusammen getrommelt:

SPÄTBURGUNDER ACHTKANTIG – WEINHAUS SCHUMANN

Bettina fängt hier die ganze Eleganz von Pinot ein und zeigt, warum die feinsten Rotweine der Welt aus dieser Traube gekeltert werden. Frische Säure, dunkle Frucht und ätherische Kräuter kommen einem hier entgegen und lassen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Eine flüssige Verneigung vor dem Burgund.

 

 

 

 

RHEINGAU SPÄTBRUGUNDER TROCKEN – WEINGUT FREIMUTH

Späti, wie er sein muss. Frisch und würzig, mit viel Zug und trotzdem Tiefgang. Übersetzt von Weinsprech in normale Sprache: Er riecht erstmal super lecker, eher leicht und fruchtig, aber trotzdem würzig. Denkt mal an Em Eukal Bonbons. Auch im Mund ist er erstmal nicht zu derbe, der Geschmack bleibt dann aber doch überraschend lange stehen und zeigt immer mal neue Nuancen. So macht das irre viel Spaß zu trinken, denn es macht weder müde, noch wird es langweilig. Eben Späti, wie er sein muss.

 

 

ROSÉ BRUT – WEINGUT MOTZENBÄCKER

Bei rosa Pricklern denkt man ja ganz gerne erstmal an eine klebrig-süße Kopfschmerzbrause, aber das hier hat damit wahrlich nichts zu tun! Das Zeug ist so erfrischend, lebendig und voller Freude, dass es sich eigentlich nur als flirrend beschreiben lässt. Es klingt jetzt vielleicht ein wenig dekadent, aber man denkt als erstes an sonnige Nachmittage auf dem Strandgrundstück mit weissen Hüten, offenen Hemden und jeder Menge Seafood. Warum denn auch nicht? Zu viel des Guten ist einfach wunderbar…