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Kürbischips & Grauburgunder

Manchmal sind die einfachsten Ideen die besten. Für den perfekten Herbstabend braucht ihr nicht mehr, als Kürbischips und ein Glas Grauburgunder.

Was die beiden Komponenten verbindet, ist das Nussige. Zuhause kuscheln, Chips essen und Wein trinken hat sich noch nie so sehr angefühlt wie ein Herbstspaziergang, bei dem man gerade gesammelte Nüsse knackt.

Die Idee für den Herbstsnack hatten unsere Freundinnen und Freunde von Gegessen wird immer. Je simpler das Gericht, desto wichtiger sind gute Zutaten. Den Kürbis könnt ihr beim nächsten Marktspaziergang besorgen und die anderen Zutaten bekommt ihr bei euren Lieblings-Onlineshops. Den herbstlichsten aller Grauburgunder findet ihr natürlich bei Geile Weine und die besten Gewürze gibt es bei Herbertha.

Z U T A T E N
1/2 Butternut Kürbis (ca. 400g geschält und entkernt)
15g extra natives Olivenöl, unser Favorit: Art of Oil
Salz, unser Favorit: Herbertha

R E Z E P T
Den Backofen auf 150°C vorheizen.
Den Kürbis schälen, entkernen und die Fasern entfernen, dann in 1-2 mm dünne Scheiben schneiden.
In Öl schwenken, auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und mit Salz bestreuen. Bei Bedarf kann auch ein zusätzliches Backblech genutzt werden.
Für 40 Minuten backen dann den Ofen ausschalten und die Kürbischips im Ofen abkühlen lassen.

In der Wartezeit schonmal ein Glas Wein trinken.

Food Friday | Sabich

Suzan war dran etwas für den Food Friday zu zaubern und hat uns ein Rezept von ihrer Israel-Reise mitgebracht. Ein Fast Food-Klassiker ist in Israel, neben den allseits bekannten Falafel, das Sabich. Das israelische Sandwich, das dort auch gerne zum Frühstück gegessen wird, ist im Handumdrehen gemacht und schmeckt einfach genau so, wie sich Israel anfühlt: Bunt, vielseitig und spannend.

Die Fladenbrot-Tasche kann mit allerlei Zutaten gefüllt werden: Frittiertem Gemüse (hier z.B. Aubergine), dem klassischen Tomate-Gurke-Kräuter-Salat, Zwiebeln, Knoblauch, Granatapfel, Kartoffeln oder Kichererbsen (in der Pfanne angeröstet) und Ei. Auch bei der Soße gibt es verschiedenste Varianten, manchmal ist es eine fruchtige Mango Soße, ein andermal Joghurt oder Hummus. Was allerdings nie fehlen darf auf dem Sabich: Tahini (eine Sesam-Paste) – was auch sonst. 😉 Na dann: בתיאבון! (Hebräisch für: Guten Appetit!)

W E I N E M P F E H L U N G 

Wein.Beginner | Destination White: Pomelo, Minze, Läuft! Im Destination White stecken vor allem Morio-Muskat und Bacchus – zwei wunderbar aromatische Rebsorten, die einen beim Probieren dorthin entführen, wo es duftet und blüht. Oder eben an einen Straßenstand in Israel.

Wein.Lover | Riesling feinherb von der Hinterland Connection: Saftig, Spritzig, Riesling! Ein tolles Süße-Säure-Spiel. Gerade das macht diesen Riesling extrem trinkig und perfekt zu etwas schärferen, exotischen Speisen.

Wein.Nerd | In Pork We Trust Rosso von Zio Porco Wines: Frisch, Kräutrig, Rote Beeren! Eher schlank und fruchtig, aber schon mit einer gehörigen Portion Würze und Kräutern. Trinkig und trotzdem mit Anspruch.

Weinwissen | Rebschnitt

Denkt man an den Winzerberuf, hat man häufig ein romantisches Bild von braungebrannten Leuten im Kopf, die in kurzen Hosen im Weinberg stehen und durch Sonnenbrillen ihre blühenden Reben betrachten. Fährt man allerdings aktuell durch die Weinberge, bietet sich ein etwas anderes Bild. Die Armen stapfen zur Zeit in dick gefütterten Gummistiefeln und eingemummelt wie Inuit durch matschig zugeschneite Zeilen und schneiden ihre Reben. Aber warum machen sie das?

Der Rebschnitt hat mehrere Funktionen bzw. Gründe, aber fangen wir vorne an. Beim Rebschnitt werden die Reben zurückgeschnitten, d.h. das ganze Holz, was im nächsten Jahr nicht benötigt wird, kommt weg. Was man benötigt, hängt davon ab, in welchem Erziehungssystem die Reben stehen, also in welche Form sie gebracht werden sollen.

In Deutschland ist es meist ein Spaliersystem, also eine Erziehung in Reihen, bei der die Trauben auf gleicher Höhe hängen und die Laubwand in einem Drahtrahmen gehalten wird. Dazu lässt man beim Rebschnitt nur den Knorz (den Stamm) und ein oder zwei Triebe, sogenannte Fruchtruten stehen. Je nachdem wie lang und wie viele Fruchtruten stehen bleiben, bestimmt man schon grob den Ertrag des nächsten Jahres und damit auch entscheidend die Konzentration, also tendenziell auch die Qualität der Trauben.

Der Rebschnitt ist eine der wichtigsten Arbeiten des Jahres und bestimmt folgende wichtige Punkte:

– das Erziehungssystem

– das Ertragsniveau und damit auch in nicht unerheblichem Maße die Qualität

–die Lebensdauer der Reben

– die Anzahl der Finger am Winzer 🙂

GW-Winzer Jens und GW-Weinnerd Max waren im Januar im Weinberg unterwegs und zeigen euch, wie der Rebschnitt funktioniert!

 

Vegane Weine | Weinpaket

Das Wort vegan ist seit einer geraumen Zeit in aller Munde. Und auch auf vielen Weinetiketten ist es zu finden. Doch was genau bedeutet das bei einem Wein, wenn er als vegan bezeichnet wird? Denn im Grunde besteht er doch nur aus Trauben.. oder?
Natürlich, jedoch können Weine auch nicht vegan hergestellt werden!
Bei der Gärung werden nämlich technische Hilfsstoffe eingesetzt wie Gelatine, Eiweiß oder Hausenblase – alles tierische Produkte. Zwar werden diese Schönungsmittel vor dem Füllen wieder entfernt, dennoch wurden sie zur Herstellung des Weins eingesetzt, sodass dieser nicht mehr vegan ist.

V E G A N E S W E I N P A K E T
Hier geht’s zum Paket!


Diesen Aspekt haben wir bei der Zusammenstellung unseres neusten Weinpakets besonders berücksichtigt. Wir präsentieren stolz einen bunten Mix aus vegan zertifizierten Weinen.
Jedoch aufpassen: Wo vegan drinnen ist, muss nicht auch immer vegan drauf stehen! Nicht alle Weingüter legen Wert auf diese recht teure Zertifizierung.
Bei diesem Paket könnt ihr euch aber sicher sein und direkt schon mal ein Weinglas herholen! Prost!

Hier haben wir noch mal alle veganen Weine aus unserem Paket aufgelistet:

SEKT BRUT | Lukas Krauß | Hier geht’s zum Sekt!

DAYDRINKING ROSÉ | Weingut Hörner | Hier geht’s zum Wein!

PIW – KRAUSS – GRAUBURGUNDER | Partner In Wine | Hier geht’s zu Wein!

STEINBOCK – SAUVIGNON BLANC | Weingut Hörner | Hier geht’s zum Wein!

PORNFELDER | Mann mit Hut | Hier geht’s zum Wein!

CHAPEAU KRAUSS | Lukas Krauß | Hier geht’s zum Wein!

Romana Echensperger

Romana ist Sommelière, Journalistin, Autorin und Master of Wine. Für alle, die diesen Titel nicht kennen: das ist so ziemlich die höchste Auszeichnung, die man in der Weinwelt erreichen kann. Kein anderer Titel demonstriert Fachwissen so sehr wie dieser. Da prostet dir jeder Weinkenner anerkennend zu. Weltweit gibt es nur 355 Menschen, die diesen Titel tragen. In Deutschland gibt es drei Frauen, die diese Ausbildung abgeschlossen haben – Romana ist eine davon. Außerdem hat sie gerade ein Buch geschrieben: „Von wegen leicht und lieblich. Ein Weinbuch nur für Frauen“. Romana könnte also nicht besser in unsere Feinherber Feminismus-Reihe passen. Sie erzählt, wie sie sich einen Platz in der Weinwelt erkämpft hat, wo es Unterschiede beim Weinkauf und der Weinbewertung zwischen Männern und Frauen gibt und was sie davon hält, wenn Weine mit den Begriffen „maskulin“ oder „feminin“ beschrieben werden.

Wer bist du?
Mein Name ist Romana Echensperger und ich bin schon ganz lange in der Weinbranche, schon seit 15 Jahren. Das ist immer so heftig, wenn man das sagt. Und bin Master of Wine1 und seit sechs Jahren selbstständig in der Weinbranche unterwegs.

Wie ist deine Verbindung zu Wein?
Meine ursprüngliche Verbindung zu Wein kam eigentlich auf Umwegen. Ich komme aus Bayern, aus einem kleinen Dorf. Mein Vater hat zwar schon immer ganz gerne Wein getrunken. An Weihnachten kam immer so ein Vertreter – das kann man sich ein bisschen so vorstellen wie bei Loriot mit so einem kleinen Köfferchen. Und dann: Trara, Chablis2. Und dann haben wir eben mal ein paar Weine getrunken. Das war immer ein richtig großes Fest!
Aber ansonsten hat man in der Familie nicht so wirklich Wein getrunken. Ich kam eigentlich erst über die Gastronomie dazu. Ich habe im Königshof in München gelernt, wo ja Wein ein ganz großes Thema ist. Die haben einen riesigen Keller. Von außen sieht das ja nicht so schön aus, aber der Keller da unten, der ist ein Paradies für Weinfreunde. Und da wurde man so richtig angefixt. Weil dieses Thema Wein war immer in der Luft. Und immer war da so eine Aufregung drumherum.
Und da bin ich quasi von der Reblaus gebissen worden.

Welche ist deine liebste Rebsorte?
Das kann man immer schwer sagen, weil es auch immer davon abhängt, was man für eine Stimmung hat. Ich finde, wenn jetzt zum Beispiel Weihnachten ist oder gerade in der Herbstzeit – ich koche wahnsinnig gerne und wenn ich dann Wild zubereite, dann passt ein Pomerol3, also ein Merlot.
Wir sind ja gerade in Franken. Ich liebe Silvaner. Ich habe auch meine Master of Wine-Abschlussarbeit über das Thema Silvaner geschrieben und das ist für mich eine totale Herzensangelegenheit. Silvaner geht für mich immer.
Aber ich liebe auch andere Weine. Also das kann man wirklich schwierig sagen. Eine Rebsorte – das wäre irgendwie infam, sich da festzulegen. Es gibt zu viele tolle Rebsorten!

Mit welchen drei Worten würdest du deinen absoluten Lieblingswein beschreiben?
Eigentlich ist es ganz einfach. Es reicht auch eins: wunderbar. Und zwar dann, wenn der Wein wunderbar zu dem Moment passt, in dem man sich gerade befindet. Ich glaube, dass aus Wein oftmals so ein Buhei gemacht wird. Ich habe lange als Sommelier in einem 3 Sterne-Restaurant gearbeitet und ich war noch nie so ein Sommelier, der so stundenlang über dem Glas schnüffelt und dann haut er mal wieder so ein Aroma raus. Also das ist nicht mein Ding.
Und ich finde, Wein muss zum Moment passen. Und das kann ganz unterschiedlich sein. Ich habe ein Jahr auf Mallorca gearbeitet und wenn man dann aufs Meer schaut und man hat die Füße im Sand und man sieht den Sonnenuntergang und hat noch ein Schätzelein neben sich. Da schmeckt einem einfach alles. Da haben wir auch Rosé getrunken und fanden ihn super. Ich glaube, wenn man den hier trinken würde, würde man sagen: „Oh Gott, was ist das für ein Wein?“. Aber da schmeckt es einfach.
Oder an Familienfesten, da muss es natürlich was ganz besonderes sein, was einen so richtig anspricht. Alle Sinne anspricht, wo man ins Gespräch kommt.
Also meinen liebsten Wein würde ich mit wunderbar beschreiben und zwar wunderbar für diesen einen Augenblick.

Wann wusstest du, dass Wein dein Thema ist?
Das kam durch meine Ausbildung beim Königshof in München. Ich werde diesen Moment auch nie vergessen. Ich habe Restaurant-Fachfrau gelernt. Und da ist man schon der Depp für alles. Ich stand da hinterm Frühstücksbuffet, hunderte von Eiern braten und dann kam der Mittagsservice. Und das war noch die Zeit, zum Jahrtausendwechsel, als die Menschen so viel Schwarzgeld hatten. Und dann wurde das mittags mal auf den Kopf gehauen. Und dann immer einfach aus der Tasche raus gezahlt. Da wurden unfassbare Weine getrunken, auch mittags schon!
Und es war ein großer Tisch da. Die hatten Wein bestellt, Romanée-Conti aus dem Burgund, der wirklich einer der Kultweine ist – wusste ich aber nicht. Und wir hatten damals einen französischen Sommelier, der auch heute noch dort arbeitet, Stéphane Thuriot. Ihn schätze ich unglaublich. Und der kam dann zu mir ans Buffet und hatte einen Probeschluck für mich und sagte: „Hier probier mal, ist nicht schlecht.“. Ich hatte ihn dann probiert und auch wenn man keine Ahnung von Wein hat und auch überhaupt nicht sensibel ist dafür, aber man hat echt gemerkt – das ist was besonderes. Das fand ich so beeindruckend. Dass Wein so etwas kann. Dass ein Getränk das kann, dass man so ins Grübeln kommt oder so überlegt: „Wow, was hab ich jetzt hier? Wo kommt das her?“ – das ist so einzigartig!
Und das war für mich der Moment, in dem ich gemerkt habe: Darüber will ich mehr wissen. Und habe dann einen enormen Ehrgeiz entwickelt, weil es mich auch interessiert hat. Dann habe ich mich schon durchgekämpft, stückweit, weil man natürlich seinen Platz finden muss. Man muss gucken, wie komme ich an die Infos dran? Was muss ich machen? Welchen Weg muss ich da gehen?
Aber das war der Schlüsselmoment: dieses Glas, dieser Schluck und dieses Erlebnis. Das war großartig.
(Obwohl, lassen wir das mit dem Schwarzgeld lieber weg.)

Du sagtest, du musstest dich da ein wenig durchkämpfen. So als völlig ahnungslose Starterin im Weinbereich, war es da für dich schwierig, die ersten Schritte zu gehen?
Am Anfang war das nicht so ganz leicht. Man muss sich schon beweisen. Und ich hätte mir gewünscht, dass ich bei der ersten ProWein4, die ich besucht habe, eine versteckte Kamera dabei gehabt hätte. Dann könnte ich mir heute nochmal den ganzen Schwachsinn anhören, den man mir erzählt hat.
Ich habe das damals so empfunden, dass das Thema Wein sehr elitär behandelt wurde. Und wenn über Wein kommuniziert wurde, es immer genau so und nicht anders ist. „Ich weiß jetzt, dass der Wein was weiß ich wie viele Punkte hat. Und in diesem Jahr gab es aber fünf Regentage weniger.“ – das sind dann immer solche Aussagen, bei denen man denkt: „Oh Gott, jetzt hab ich das nicht gewusst. Jetzt bin ich aber ein schlechter Fachmann.“ Heute wird da wirklich weniger Buhei drum gemacht. Ich finde es wichtig, wenn man über Wein kommuniziert, dass man es einladend macht. Dass man Leute einlädt, es kennenzulernen. Zu sagen: „Mensch, probier mal.“ Und es sollte Wurscht sein, was man dann sagt. Man kann nichts Falsches sagen.
Das war zu meiner Zeit noch ein bisschen anders. Da musste man erst ein gewisses Selbstbewusstsein entwickeln. Ein dickes Fell. Und da hilft es auch manchmal, dass man eine Frau ist. Weil wir Frauen uns mehr fragen trauen. Während Männer oftmals den Anspruch haben, alles zu wissen, denken wir uns, wir fragen jetzt einfach. Ich weiß jetzt etwas nicht und danach weiß ich es.
Das ist eine der Beobachtungen, die ich gemacht habe. Andere haben da vielleicht ganz andere Dinge beobachtet.
Und das war schon auch ein Kampf. Das muss man sagen. Das ist mir nicht alles zugeflogen.

Du bist Sommelière, welche Kriterien müsste ein für dich optimaler Wein erfüllen?
Also ein optimaler Wein passt wie gesagt zu dem Moment, in dem man sich befindet. Das kann ganz unterschiedlich sein. Ich habe zum Beispiel auch verschiedene Gläser zuhause. Das ist jetzt mein Ding, muss man nicht haben.
Wenn ich also ein gutes Buch lese, dann hab ich so ein Kristallglas von Theresienthal. So ein supertolles, geschliffenes Glas. Das unglaublich toll in der Hand liegt. Also das hat jetzt nichts damit zu tun, dass sie die Aromen darin so toll entfalten und noch eine Pirouette drehen. Da hat man dieses Weinglas in der Hand, das fühlt sich unglaublich gut an. Dann liest man, trinkt einen Schluck, stellt das Glas hin, muss keine Angst haben, dass wenn man vom Sofa aus dorthin langt, dass es umfällt. Und dann trink ich einen Wein, der nicht wahnsinnig komplex ist. Der einfach umschmeichelt. Das kann meinetwegen ein Primitivo sein. Oder ein Barbera. Oder ein ganz samtiger Spätburgunder, der einfach schön zu trinken ist.
Ich koche unglaublich gerne. Wenn man Gäste einlädt und man hat etwas zu feiern, dann finde ich es schon toll, wenn man mal so richtig einen raushaut. Dann gibt es mal Champagner zum Empfang und einen tollen Dessertwein zum Schluss. Eine wunderbare Auslese, die man vielleicht ein paar Jährchen im Keller hatte. Dann freut man sich darauf, dass man sie wieder rausholt, die Flasche. Vor fünf Jahren gekauft und heute ist der Tag, an dem wir sie jetzt trinken. Da ist eine unglaubliche Freude mit verbunden.
Wein muss also zum Moment passen. Und der beste Wein kann ein Wein für fünf Euro sein oder ein Wein für hundertfünfzig Euro. Das ist einfach abhängig von der Stimmung, von der Atmosphäre, in der man sich gerade befindet.

Du bist eine von drei deutschen Frauen, die den Titel „Master of Wine“ trägt. Diesen Titel zu erlangen, gilt als eine der größten Herausforderungen in der Weinwelt. Kannst du uns einmal erzählen, worum es beim „Master of Wine“ geht?
Beim Master of Wine geht es natürlich darum, ganz viel Wissen und Hintergrundwissen zu haben, um danach ganz einfach über das Thema Wein kommunizieren zu können. Man kann es ein wenig vergleichen mit einem, der Pianist wird. Am Anfang hängt man noch auf den Tasten und an den Noten. Irgendwann, wenn es so eingeübt und verinnerlicht ist, kann man richtig Musik machen. Dann beherrscht man den ganzen theoretischen Teil. Das muss vom Kopf in den Bauch kommen. Und dann kann man anfangen, richtig gut darüber zu kommunizieren. Das macht für mich den Master of Wine aus. Dass man dieses Know-How, dass man sich alles angeschaut hat. Auch differenzieren kann: Was ist wichtig? Was ist eine Information, die ich wirklich brauche? Und was ist unnötiges Expertentum? Dass man das Wissen und dadurch das Selbstbewusstsein hat, zu entscheiden: „Das ist wichtig und darauf kann ich verzichten.“
Und es geht um Weinbau, Kellertechnik. Dann ging es auch um Business of Wine, also wie der Weinmarkt funktioniert. Das ist auch hochspannend. Ich bin ja mehr auf dieser Marketingseite tätig.
Das ist unglaublich interessant, wie so ein Marketingkonzept für verschiedene Weine funktioniert. Ob das ein Gallo White Blush ist, den man mit Eiswürfeln, im Pool auf einer Luftmatratze trinkt oder eben ein Marketingkonzept für einen wahnsinnig tollen Burgunder. Wie das alles funktioniert. Das ist unglaublich spannend. Für mich war auch wichtig, zu erkennen, dass nicht immer alles mit Terroir5 zusammenhängt. Das ist auch so ein Wort, das wird immer gerne genannt. Aber manchmal ist es einfach nur Marketing.
Ein Teil ist natürlich Tasting. Da wird man sehr demütig. Das knabbert manchmal wahnsinnig am Selbstbewusstsein. Wenn man übt und macht und tut. Und dann hat man wieder so ein Zwölf-Weintasting. Dann sitzt du da und sagst: „Das ist jetzt ein Chablis!“. Und du bist dir so sicher und du könntest wirklich dein Haus verwetten und deinen Mann verkaufen. Und dann kommt raus, es ist Sancerre. Eine ganz andere Rebsorte. Und man denkt: „Mein Gott, in zwei Wochen habe ich Prüfung. Und ich kann das nicht mal auseinanderhalten.“ – da wird man sehr demütig. Und das ist echt ein Trip. Man muss sich immer wieder aufraffen und es probieren. Das ist ein Lernprozess, immer an die Grenzen zu gehen und wenn man dort angekommen ist, darüber hinaus. Das macht für mich den Master of Wine aus. Eine unglaubliche Bereicherung für einen persönlich. Eine tolle Erfahrung. Ich möchte es zwar nicht nochmal machen. Ich bin froh, dass ich fertig bin, aber im Rückblick muss ich sagen, es war sensationell.

Wenn du an einen Wein rangehst, wie ist deine Haltung, also die Ausgangslage?
Die Ausgangslage ist: „Hallo!“. Also die Frage: Was haben wir denn da? Das ist für mich die Ausgangslage und dann zu sehen, für wen ist dieser Wein gemacht, von wem ist dieser Wein gemacht. Und dann verkosten: Geht das an mich? Dann natürlich auch der technische Anteil. Sind da vielleicht Fehler? Ist etwas nicht so gut gelungen? Und in der Schlussplatzierung wieder die beiden Fragen: Von wem und für wen ist der Wein gemacht?

Du hast ein Buch mit dem Untertitel „Das ultimative Weinbuch nur für Frauen“ geschrieben. Worum geht es in „Von wegen leicht und lieblich“?
Ich wollte mich einfach austoben. Ich wollte einfach Weinwissen ganz locker, leicht und flockig und auch meine Erfahrungen zusammenbringen. Wann welcher Wein passt, zu was welcher Wein passt. Wir hatten verschiedene Marktstudien analysiert und da gibt es eine tolle Genderstudie von der Uni Geisenheim. In der stand, dass Frauen anders Wein trinken als Männer. Das ist zwar sehr plakativ, aber gehört dazu. Manchmal muss man polarisieren.
Was mehrere Studien herausgefunden haben, ist, dass Frauen für Anlässe Wein kaufen, um den Wein mit Freunden zu teilen. Es geht da weniger um Prestige. Auch das Labeldesign spielt eine große Rolle. Frauen kaufen pragmatischer ein. Also wenn eine Frau gerade den Einkauf im Supermarkt erledigt, dann sieht sie eine Flasche, denkt sich, dass sie gut aussieht und dann wird sie in den Einkaufskorb gelegt. Frauen trauen auch eher ihrem Geschmack.
Dazu eine kleine Geschichte: Ich war mit einer anderen Master of Wine-Kollegin in Peking und wir haben diese Gambero Rosso-Verkostung gemacht. Dort werden drei Gläser der besten Weine überhaupt verkostet. Wir hatten ein Diner, das war alles unheimlich elegant. Und dann kam eine Tanninbombe nach der anderen. Uns hing schon die Zunge raus. Und am Schluss kam dann noch so ein Moscato. Das ist ein ganz blumiger Wein, richtig schön fruchtig, leicht bitzelnd. Und wir beide haben gleichzeitig gejauchzt: „Hach, Moscato!“. Und uns dann umgeschaut, um zu prüfen, ob das irgendjemand gehört hat. Und danach dachten wir: „Klar reagieren wir so. Wir lieben das einfach.“.
Ich glaube, dass Frauen generell mehr frei heraus sagen: „Ja, das schmeckt mir! Und ob da „feinherb“ draufsteht oder „Hello Kitty Rosé“ ist mir grad Wurscht. Ich trink das jetzt einfach.“. Da ist nicht so dieser Status dahinter.
Und dann haben wir dieses Konzept entwickelt. Da geht es einfach um einen Einblick in die Weinwelt. Auch darum, was Frauen in der Weinwelt bewegen. Da hat sich auch viel getan. Aus der Weinwelt waren die Frauen am Anfang ausgeschlossen. Und es geht um Rebsorten, Anlässe – zum Beispiel: der beste Wein gegen Liebeskummer ist Champagner. Am Ende haben wir ganz tolle Weinfrauen interviewt, die wirklich etwas in der Weinwelt bewegen. Und das wird vielleicht auch einige Leserinnen inspirieren, ihren Weg in die Weinwelt zu finden. Es ist wirklich spannend, wie viele Positionen die Weinwelt bereithält. Ein ganz tolles Berufsfeld.

Du sagtest, es war nicht immer leicht für Frauen in der Weinwelt. Inwieweit hat sich das verändert?
Es hat sich sehr positiv verändert. Da haben sich ganz viele Entwicklungen abgespielt. Als Winzerin war früher immer Thema, dass die Arbeit körperlich so schwer war. Heute gibt es Maschinen, Geräte, die die Arbeit unglaublich erleichtern. Damit ist es heute selbstverständlich, dass auch Frauen den Betrieb übernehmen. In den anderen Bereichen haben wir Frauen uns auch ganz toll weiterentwickelt. Im Buch führe ich auch ein Interview mit Maggie Henriquez, der Chefin von Krug-Champagner, einer der wahnsinnigsten Champagner. Sie kommt aus Mexiko und sie hat als Mexikanerin einen Traditionsbetrieb als Chefin übernommen. Das ist eine riesige Herausforderung gewesen, sich da durchzusetzen. Und einen Satz, den sie zu mir gesagt hat, fand ich besonders toll: „Wir Frauen müssen unsere Töchter nicht so erziehen, dass sie immer geliebt, sondern respektiert werden wollen.“.
Und die Entwicklung hat zwei Seiten: einmal, wie offen ist die Weinwelt für Frauen und wie füllen Frauen dann ihre Positionen aus. Und aus meiner Sicht, ist es heute kein Thema mehr: Frauen in der Weinwelt. In den letzten 50 Jahren hat sich da wirklich viel getan.

Hast du Erfahrungen gemacht, die nur Frauen in deiner Position machen würden?
Ich habe ja als junge Frau eine Chef-Sommelier-Stelle übernommen. Da wurde man oft nicht so ernst genommen. Das kann aber auch am Alter liegen. Also da kommt dann so eine junge Frau mit Weinkarte und will dann einem Sammler erzählen, ob jetzt der Wein oder der Wein. Ich weiß nicht, ob das alleine an der Weiblichkeit liegt. Ich muss auch sagen, dass man als Frau in dem Job auch Vorteile hat. Damit kann man auch spielen. Als Frau kann man sich wunderbar blöd stellen und dann köstlich amüsieren. Ich gehe ab und zu in den Weinladen und sage: „Ich brauche einen Wein für heute Abend. Mein Mann schickt mich.“ – das kommt super. Auch im Restaurant hat man Gäste, die ganz fürchterlich falsche Dinge sagen. Eigentlich ist mir sowas egal, aber wenn man sich schon so hinstellt, wie ein Pfau und einen raushaut, dann sollte das schon sitzen. Das kann man auch sehr gut abfangen mit „Ach ja wirklich?“.

Inwieweit wären die Erwartungen an dich und deine Arbeit andere, wärst du ein Mann?
Ich glaube gar nicht. Das kann man nicht mehr so sagen. Da gibt es keine unterschiedlichen Erwartungen.

Weine werden häufig mit feminin oder maskulin beschrieben. Was meinen die beiden Begriffe?
Das stört mich immer ein bisschen, weil feminin dann eher für die leichten, lieblichen, weniger ernstzunehmenden Weine steht, die sofort zu trinken sind und die maskulinen Weine sind dann eher die ausdrucksstarken, die auch Lagerpotential haben. Für mich ist das eine blöde Begrifflichkeit in der Weinbeschreibung. Da muss man sich jetzt mal etwas Mühe machen und das ganze anders beschreiben.

Glaubst du, es gibt Unterschiede in der Art wie Männer und Frauen Wein an- und ausbauen?
Das glaube ich nicht. Ich glaube der Weingeschmack hängt nicht am Geschlecht, sondern daran, wie oft jemand Wein trinkt und wie sehr man sich damit beschäftigt. Wir alle kennen ja die Entwicklung, dass man während der Studentenzeit Lambrusco und Asti trinkt, süß und pappig. Damit fängt man an und je mehr man sich dann damit beschäftigt, desto mehr prägt sich der Weingeschmack aus und am Ende landet man dann beim feinsten Pinot Noir. Das ist das Ende. Wenn man bei Pinot Noir angekommen ist und das wirklich verstanden hat, dann ist man wirklich oben angekommen in seiner Erfahrungslaufbahn.
Dass Frauen eher zu leichten, fruchtigen Weinen tendieren, wenn man sich die Statistik anschaut, hängt auch damit zusammen, dass Frauen weniger häufig Wein trinken. Als Winzerin ist man ständig mit seinem Produkt beschäftigt, vergleicht sich bestenfalls auch mit anderen Winzern und verkostet Weine aus aller Welt und sucht dann seinen Stil, den man auch zeigen möchte. Entscheidet sich für die Art, wie man sein Terroir interpretieren möchte. Und da ist es völlig egal, ob man Mann oder Frau ist.

Warum braucht es ein Weinbuch speziell für Frauen?
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Frauen im Weinbereich doch ein bisschen anders ticken. Was das Kaufen angeht. Während Männer nach Parker-Punkten kaufen und das ein wirkliches Freizeitvergnügen ist, samstags in den Weinladen gehen und sich beraten lassen. Das ist toll, wunderbar. Frauen ticken da anders. Sie kaufen pragmatisch. Frauen trinken etwas weniger häufig und trinken doch gerne weiß, leicht und fruchtig.
Und in der Weinwelt selbst habe ich die Erfahrung gemacht, dass Frauen unkomplizierter damit umgehen. Fragen, wenn sie etwas nicht wissen. Vielleicht nicht so Opfer ihres eigenen Egos sind.
Und deshalb brauchen wir ein eigenes Weinbuch. Weil Anlässe für Frauen wichtig sind, wenn sie Wein kaufen und auch das spielt auch eine große Rolle in meinem Buch.

Wer sollte dein Buch kaufen?
Natürlich Frauen, die an Wein interessiert sind und einfach ganz unkompliziert viel Hintergrundwissen erfahren möchten. Aber auch die Männer sind herzlich eingeladen, wenn sie sich von dieser unkomplizierten und fröhlichen Art, über Wein zu sprechen, auch angesprochen fühlen.
Weinwissen eröffnet einem ganz neue Welten in dem Weingenuss. Weinwissen ist wie Mosaiksteine sammeln. Es ist ja nicht so, dass ich einmal ein solches Buch von A bis Z lese und dann weiß ich alles. Sondern es ist, wie Steinchen sammeln. Dann wird das Bild immer bunter und größer und vielfältiger. Und das Buch ist ein Mosaikstein, der dazu beiträgt, dass sich die Weinwelt für den Leser öffnet. Macht Lust darauf, Dinge auszuprobieren, neue Erfahrungen zu sammeln. Es ist ein Tool für alle, die die Weinwelt entdecken wollen.

Wo sind wir hier gerade, während wir das Interview führen?
Wir sind in Franken, in Bayern. Wie man an der Flasche auf dem Tisch schon erkennen kann [zeigt auf den Bocksbeutel6]. Ich komme aus Bayern und dann ist das einfach die Region, die einem sehr am Herzen liegt. Wir sind hier beim Weingut Wirsching, auch weil ich Andrea Wirsching, die das Weingut leitet, sehr gut kenne. Hier war gestern eine Veranstaltung. Sie hat den ersten koscheren Silvaner präsentiert. Es war auch der Herr Schuster vom Zentralrat der Juden da. Das war ein tolles gesellschaftliches Ereignis, diesen Wein zu präsentieren. Für mich ist Wein nicht nur ein Getränk, sondern er repräsentiert auch unglaublich eine Kultur. Ich interessiere mich sehr für das Thema deutsch-israelische Freundschaft. Ich habe im Studium viele Israelis kennengelernt und habe viele Freunde in Israel. Wir in Deutschland mit unserer Geschichte, da ist es wichtig, dass man heute nicht nur an die Geschichte denkt, sondern auch Bande in die Zukunft knüpft und zwar Freundschaft. Das ist mit einem Glas Wein, zu dem man sich hinsetzt, ins Gespräch kommt, wo man sofort eine gemeinsame Gesprächsgrundlage hat, was alle sofort vereint, einfach.

Romana, vielen Dank für deine spannenden Antworten und die Einblicke in ganz unterschiedliche Bereiche der Weinwelt.

BEGRIFFSERKLÄRUNGEN
1 – Master of Wine: Ein Titel, der nach erfolgreicher Ablegung der nichtakademischen Prüfung am Institute of Masters of Wine verliehen wird. Das IMW ist eine in der internationalen Weinwelt renommierte private Bildungsstätte mit Sitz in London. 355 Menschen dürfen das Kürzel MW hinter ihrem Namen tragen. Die Ausbildung dauert zwei Jahre und umfasst verschiedene Seminare und das Verfassen einer schriftlichen Ausarbeitung. Nur etwa 30% der Kandidaten und Kandidatinnen bestehen alle Prüfungen.
2 – Chablis: Das nördlichste Anbaugebiet im Burgund (FR). Typisch: fruchtige, trockene Chardonnay mit frischer Säure, auf Kalksteinhängen angebaut.
3 – Pomerol: Ein Weinanbaugebiet im Bordelais (FR). Typisch: Merlot und Cabernet Franc, auf Kies-Lehm-Böden angebaut.
4 – ProWein: „Die ProWein ist die Weltleitmesse für Wein und Spirituosen, der größte Branchentreff für die Fachleute aus Anbau, Erzeugung, Gastronomie und Handel.“, sagt ProWein über sich selbst. Ist auch wirklich so. Drei Tage im März in Düsseldorf.
5 – Terroir: Ein Begriff, der in der Weinsprache ständig genutzt wird, aber nur wage definiert ist. Es hat etwas mit dem Boden zu tun, aber nicht mit dem Ackerboden alleine. Es steht mehr für den Ursprungsort mit all seinen Eigenschaften: Boden, Klima, kulturelle Weinbergspflege und für die Region typische Herstellungsprozesse.
6 – Bocksbeutel: Für den Wein aus dem Anbaugebiet Franken typische Flaschenform. Nur Weine mit Mindestmostgewicht von 72 Grad Oechsle und einer Bewertung von 2,0 oder besser bei der amtlichen Qualitätsweinprüfung dürfen in einen Bocksbeutel gefüllt werden. Sieht aus, wie eine flachgedrückte Kugel.

Eis & Wein

Halt Stopp! Um das zunächst einmal klarzustellen, es geht hier nicht um Eiswein, sondern genau andersrum – Weineis. Falls Ihr die 15 Sorten von der Gelateria um die Ecke schon durch habt und gerade anfangt, Euch zu langweilen, hätten wir da noch `ne grandiose Idee für Euch: Eis aus Wein! Eine kleine Abkühlung tut nämlich immer gut.

Ist ganz leicht selbst gemacht (auch ohne Eismaschine) und für jede Vorliebe gibt es eine passende Sorte. Seid die Helden bei der nächsten Gartenparty mit Rotweinsorbet. Versüßt das Balkon-Dinner mit der Liebsten mit Champagner-Popsicles, oder überrascht mal Muddern mit selbst gemachtem Rosé-Eis.



#1 Champagne Popsicles

All you need is love? Ausnahmsweise nicht:

Man nehme den hervorragenden Crémant de Limoux BrutCrémant de Limoux Rosé oder auch Riesling Sekt extra trocken und füge ein paar frische Erdbeeren sowie Himbeeren hinzu. Stiele nicht vergessen und ab in den Froster damit. Schon etwa 2-4 Stunden später könnt ihr das eiskalte Prickeln servieren. Je nach Gusto könnt ihr bei den Früchten auch gerne variieren. Brombeere, Johannisbeere, Granatapfel oder deine Lieblingsfrucht – Alles eine Wucht!

#2  Himbeer-Rotwein-Sorbet

Jetzt wird’s pervers und zwar im Sinne von ultralecker: Himbeer-Rotwein-Sorbet. Das ganze zaubert ihr mit nur ein paar wenigen Zutaten:

  • 1 Tasse Zucker
  • ¾ Tasse Wasser
  • 1 Flasche fruchtiger Rotwein (wenn’s geil werden soll: Orlenberg Spätburgunder oder Vertruen rot)
  • 3 Tassen Himbeeren (gefroren oder frisch)

Alle Zutaten in einem Topf unter Rühren zum Kochen bringen. Etwa eine Minute kochen lassen, von der Herdplatte nehmen und abgedeckt eine Stunde ruhen lassen. Im Anschluss die Mische mit einem Pürierstab oder Mixer cremig pürieren. Nutzt einen Sieb, um die kleinen Himbeersamen auszusieben. Das ganze abdecken und einfrieren. Solltet ihr eine Eismaschine zur Hand haben umso besser.

#3  Rosé-Zitronen-Sorbet

So und nicht anders schmeckt der Sommer. Fruchtig-frisches Sorbet das leicht einen sitzen hat. Fabelhaft! Du brauchst:

Rosé-Wein, Zucker und Zitronenabrieb in einem Topf etwa 5 Minuten kochen, bis sich der Zucker vollständig auflöst. Von der Herdplatte nehmen. Zitronensaft und Wasser hinzufügen. Den Zitronenabrieb mit einem Sieb entfernen. Abdecken und über Nacht einfrieren. Am nächsten Tag die gefrorene Mische mit einem Pürierstab oder Mixer cremig pürieren. Ich weiß, ihr könnt es kaum abwarten, aber nun muss das ganze nochmal 6-8 Stunden in den Froster. Danach ist es servierbereit und ihr werdet sehen, das Warten hat sich gelohnt. Guden!

 

Extravaganz im Glas – So schmeckt FLAME 17-1462

Farben und Wein. Okay. Ein krasses Thema mit viel Potenzial. Klar ist, dass die Farbe bei der Weinverkostung eine wahnsinnig große Rolle spielt. Sie beeinflusst die gesamte Sensorik und kann ausschlaggebend dafür sein, wie wir den Wein beurteilen und einordnen. Aber erstmal von vorne:

Color Report Pantone 2017

Pantone hat vor einigen Wochen die zehn Trendfarben des Frühjahrs 2017 veröffentlicht. Das machen sie jedes Jahr. Ziemlich fesche Farben mit fancy Namen. Diese Farben sind für etliche Branchen relevant: Interior, Kosmetik, Design, Grafik und hauptsächlich Mode. Aber in Verbindung mit Wein wurden sie noch nie gebracht. Auch irgendwie logisch, da sich die Branchen in der Regel nach den Pantonefarben richten. Das gestaltet sich bei der Weinproduktion jedoch schwierig und steht -im Gegensatz zum Geschmack- nicht im Vordergrund. Aber man muss sagen, einige Weine treffen die Trendfarben auf den Punkt. Als hätten sie es geahnt. Einfach weil sie’s können.

#17-1462

Die meiner Meinung nach geilste Farbe unter den Pantone Trendfarben 2017 ist FLAME 17-1462. Ein knalliges Orange. Ja, aber irgendwie auch viel mehr als das. Extravaganz und Theatralik. Das trifft es ganz gut. Pantone orientiert sich im Frühjahr 2017 an den Farben, die uns die Natur hergibt. Nur eben etwas anders interpretiert. Sonne, Wasser, Blumen, Luft und Feuer aka FLAME. “Feurige Wärme” voller “Lebensfreude” und “Geselligkeit” heißt es im (Fashion) Color Report Frühjahr 2017.

So gar nicht lame

Auf dem Laufsteg der Fashionweek mag dieses sogenannte FLAME vielleicht gut aufgehoben sein. Aber im Alltag? Die Vorstellung mich in knallorangenen Stoff zu hüllen und damit souverän ins Büro zu gehen, scheint mir zunächst befremdlich, fast schon billig. #Textmarker? Aber umso mehr ich mich damit beschäftige, umso mehr lerne ich die Farbe zu schätzen. Ich checke, dass FLAME so viel Eleganz ausstrahlen kann, wenn sie nur richtig kombiniert wird. In Verbindung mit Nudetönen oder einem matten Schwarz verhilft sie einem dabei, absolut selbstbewusst und charakterstark aufzutreten. Aber ja, ich bleibe dabei, dass sie etwas besonderes ist und eben nix für Warmduscher, Backofenvorheizer oder Frühbucher. Also so gar nicht lame halt.

The Orange

Das betrifft gleichermaßen den flamigen Orange-Wein den ich euch vorstelle. THE ORANGE, ein trockener Roter Veltliner von Eschenhof-Holzer aus Österreich. Gezaubert von dem lieben Arnold Holzer. 

Orange-Weine sind maischevergorene Weißweine. What? Das bedeutet, dass die Weißweintrauben, genauso wie Rotweintrauben, mit der Beerenschale (also auf der Maische) vergoren werden. Dadurch erhalten sie Gerbstoffe und eine krasse Aromatik. Außerdem gibt die Schale dem Wein diese abgefahrene Farbe. THE ORANGE wurde mit natürlicher Hefe spontan vergoren und nach drei Wochen auf der Maische gepresst. Im Anschluss relaxte er nochmal 18 Monate in einem kuscheligen Eichenholzfass, bevor er dann unfiltriert abgefüllt wurde. Geiler Scheiß

Good to know: Häufig werden Orange-Weine in einem Atemzug mit Naturweinen genannt. Sprich, naturbelassene Trauben ohne Einsatz von Schwefel, Hefe oder sonstigen Hilfsmitteln. Schönung und Zusätze im Sinne der Stabilität sind jedoch wohl gestattet. Hier ist die Grenze nicht ganz trennscharf, da Naturwein kein klar definierter Begriff ist. In jedem Fall maischevergoren sollte er sein, der Naturwein. Jedoch ist nicht jeder Orange-Wein automatisch ein Naturwein. Trotzdem scheint die vierte Weinfarbe Orange die Antwort darauf zu sein, dass alles was die Natur hergibt, irgendwie super hip und alternativ ist. Abgesehen davon, lassen sich aber auch unkonventionelle Produktionsweisen ableiten, die eine neue und vielfältige Richtung in der Weinwelt versprechen.

Wäre THE ORANGE ein Mensch, dann wäre er ein echter Trendsetter, der sich nichts gefallen lässt und alles andere als konventionell ist. Ein Naturbursche, der nicht auf den Mund gefallen ist. Ein Träumer, der Grenzen überschreitet und wenig auf die Meinung anderer gibt. THE ORANGE scheint nicht nur optisch absolut im Sinne von FLAME zu sein. Sein gesamtes Dasein spiegelt die flamige Power wider. Eine geschmackliche sowie modische Herausforderung, die nicht jeder bändigen kann. Kannst du’s?



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