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Weinreise | Israel

Solltet ihr für dieses Jahr noch einen Urlaub planen und seid noch auf der Suche nach einem passenden Reiseziel, so können wir euch wärmstens Israel ans Herz legen. Ein GW-Crew-Mitglied war gerade dort und kam schwer begeistert zurück. Nicht nur, dass das Land und die Menschen wahnsinnig spannend sind und die kulinarische Szene umwerfend ist, auch als Weinliebhaber hat man in Israel leichtes Spiel. In einem Land, in dem zu biblischen Zeiten schon Wein gemacht wurde, müssen sie ja wissen, wie’s geht, oder? Trotzdem zählt Israel in der Weinsprache zur ‚Neuen Welt‘. Dazu zählen die Weinbauregionen, zu denen vor allem zur Zeit der Kolonialisierung das Wissen um den Weinbau aus Europa mitgebracht wurde, zum Beispiel die USA, Australien oder Südafrika.

Beim Besuch der Golan Heights Winery in Katzrin auf den Golanhöhen kamen wir nicht aus dem Staunen heraus: Auf weit über 600 Hektar werden mehr als 20 verschiedene Rebsorten auf unterschiedlichsten Höhenmetern angebaut. Das Weingut ist eine preisgekrönte Winzergenossenschaft und besteht seit 1983, was verglichen mit unseren hiesigen Verhältnissen noch sehr jung ist. Und doch entstehen hier faszinierende Weine in feinster Qualität. Sogar eine eigene Reben-Baumschule hat die Golan Heights Winery gegründet: Nach einem Virus-Befall der Pflanzen vor vielen Jahren beschlossen die Winzer, dass sie sich ihre Jungpflanzen selbst heranziehen müssen und gründeten die ‚Nursery‘. Auch die Reise zum Weingut selbst ist sehr anschaulich: Ganz in der Nähe befinden sich der umwerfende See Genezareth und – wenn man wie wir aus Richtung Tel Aviv kommt – auch das Städtchen Nazareth. Alles in allem ist Israel ein Land, das sich wunderbar bereisen lässt, da es gerade mal so groß ist wie das Bundesland Hessen. Sei es Jerusalem, das tote Meer oder die Hafenstädte, Israel ist geschichtsträchtig und vor allem eins: gastfreundlich. Mehr Infos zu dem Weingut gibes HIER. Wenn ihr einmal israelischen Wein probiert, dann passen dazu natürlich Oliven und Ziegenkäse.

 

 

 

 

 

 

Exkurs: Was ist kosherer Wein?

Wenn ein Wein kosher ist, bedeutet das, dass er nur von gläubigen Juden bearbeitet wurde. Das beginnt mit der Traubenlese, bei der ausschließlich gläubige Juden helfen, bis hin zur Verarbeitung im Keller. Darüber hinaus kommt bei der Weinbehandlung keine Hausenblase (vom Fisch), Gelatine (vom Schwein) oder Casein zum Einsatz. Koshere Weine sind deshalb auch vegan. Das gilt jedoch nicht für kosheres Essen, das nicht automatisch vegan sein muss. Außerdem ist nicht jeder israelische Wein auch kosher. Viele Weingüter in Israel haben dieses Zertifikat natürlich und ein entsprechender Hinweis ist dann auch auf der Flasche zu finden.

F A K T E N:

  • ca. 5.000 Hektar Rebfläche
  • ca. 36 Millionen Flaschen werden pro Jahr produziert.
  • Häufigste Rebsorten sind vor allem Cabernet Sauvignon, Merlot (Rotweine), sowie Chardonnay und Sauvignon Blanc (Weißweine).

Deutschland

In unserer Weinreisen-Reihe stellen wir Euch jeden Monat ein Weinland dieser Welt vor. Diesmal wagen wir uns in heimische Gefilde. Es wird etwas patriotisch und wir berichten etwas zum deutschen Weinbau. Nach dem trockenen theoretischen Teil könnt ihr euch mit dem Riesling-Paket dem feucht(-fröhlich)en Probieren widmen.

Mit einer Anbaufläche von rund 102.000 Hektar (1 ha = 10.000 m2) sind wir kein ganz kleines Anbauland, aber eben auch kein besonders großes. Genau genommen liegen wir im Ranking der Anbauländer nach Fläche auf Platz 14, zwischen Griechenland und Brasilien.

Klimatisch gesehen haben wir es hier recht kühl, was den Hang zum Weißwein erklärt. Allerdings darf man nicht vergessen, dass immerhin ein Drittel der Fläche mit roten Rebsorten bepflanzt ist.

Der Großteil der hier erzeugten Weine wird auch direkt im Inland getrunken. Das macht auch Sinn, da knapp dreimal mehr konsumiert, als produziert wird. Dennoch brauchen wir uns auf dem Weltmarkt nicht verstecken. Insbesondere Riesling findet man nirgends so vielfältig und (Achtung, persönliche Meinung) grandios wie hier und auch der Spätburgunder muss die internationale Konkurrenz nicht scheuen. Insgesamt kann man aber froh sein, dass der Rest der Welt nicht wirklich weiss, was wir hier machen. So bekommt man immer noch sehr guten Wein zu extrem fairen Preisen.

F A K T E N
Anbaufläche: 102.000 ha
– rote Trauben: etwa 1/3
Weinbaubetriebe: ca. 15.900
Weinproduktion: 9.000.000 hl
Weinexport: 3.000.000 hl (davon 1 mio hl Wein aus deutschen Trauben)
Weinimport: 10.000.000 hl

Weinkonsum p.K. inkl. Sekt: 24,3 l/a
Durchschnittspreis Wein/Liter: 2,88€
Meist angebaute Rebsorten:
1. Riesling – 23.596 ha / 23,1 %
2. Müller-Thurgau – 12.736 ha / 12,3 %
3. Spätburgunder – 11.784 ha / 11,5 %

Um Deutschland kennenzulernen, muss man mit einer Riesling-Probe starten und die findet ihr HIER. In diesem Paket stecken Weine aus Rheinhessen, der Pfalz, dem Rheingau und von der Saar. Lernt vier der 13 deutschen Anbaugebiete kennen.

Frankreich

In unserer Weinreisen-Reihe stellen wir Euch jeden Monat ein Weinland dieser Welt vor. Cette fois: la France. Nach dem trockenen theoretischen Teil könnt ihr euch mit dem Frankreich-Paket dem feucht(-fröhlich)en Probieren widmen.

Die Franzosen bewirtschaften etwa 786.000 ha. Das macht Frankreich zum flächenmäßig drittgrößten Weinland der Welt nach Spanien und China. Allein die Anbaufläche von Bordeaux ist mit 120.000 ha größer als alle deutschen Anbaugebiete zusammen.

Das Terroir spielt in Frankreich eine besonders große Rolle. Man soll Herkunft, Boden und Klima schmecken können.

Die Franzosen sind Meister der Profilierung: Champagner, Bordeaux, Chablis, Pouilly Fumé. All das sind Bezeichnungen, die eigentlich erstmal nur Aufschluss über die Regionen geben, aus denen der Wein stammt. Sie funktionieren aber alle auch als Namen für eine bestimmte Weinart. Anders als in Deutschland, wo auf den meisten Preislisten ein buntes Rebsorten-Treiben herrscht, spezialisieren sich die verschiedenen Weinregionen Frankreichs auf bestimmte Rebsorten und Ausbaustile. Trinkt man einen Chablis, beschreibt man mit der Aussage nicht nur die Herkunft, sondern gleich auch die Rebsorte: Chardonnay. Bordeaux-Weine sind Rotwein-Cuvées, meist aus Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc. Trinkt man einen Pouilly Fumé, heißt das: es ist ein Sauvignon Blanc, obwohl es eigentlich ein Herkunftsgebiet an der Loire ist, das sich aus dem Namen der Stadt Pouilly-sur-Loire und dem Wort fumé (franz. für geräuchert, eine Anspielung auf Feuersteinaromen im Bouquet) zusammensetzt. Die größte Erfolgsgeschichte in der Wein-Profilierung ist der Champagner.

Auf dem Weltmarkt funktioniert das super. Französische Weine und Herkunftsbezeichnungen sind Marken. Obwohl der Anteil Frankreichs am Weltweinmarkt in Bezug auf die Menge nur 20% beträgt, ist der Anteil in Bezug auf den Umsatz bei 25%.

Auf den Etiketten findet ihr häufig für euch kryptische Buchstaben-Kombinationen, die etwas über die Qualität des Weins sagen (sollen). Die französische Qualitätspyramide baut sich von unten nach oben folgendermaßen auf:
Weine ohne Herkunftsangabe: Vin de France (früher Vin de Table), Weine mit geschützter geografischer Angabe: IGP – Indication Géographique Protégée (früher Vin de Pays) und Weine mit geschützter Herkunftsbezeichnung: AOP – Appellation d’Origine Protégée (früher AOC – Appellation d’Origine Contrôlée.

Aber egal ob Vin de France, IGP oder AOP – à votre santé mit dem Frankreich-Paket!

F A K T E N
Anbaufläche: 786.000 ha
– rote Trauben: etwa 75% / 604.500 ha
Weinbaubetriebe: ca. 144.000
Weinproduktion: 47.500.000 hl
Weinexport: 14.000.000 hl

Weinkonsum p.K. inkl. Sekt: 41,6 Liter l/a
Durchschnittspreis Wein/Liter: 4,26€
Meist angebaute Rebsorten:
1. Merlot – 112.000 ha / 13,9 %
2. Ugni Blanc – 82.000 ha / 10,2 %
3. Grenache Noir – 81.000 ha / 10,0 %