Die Corona-Pandemie trifft die ganze Welt – und somit natürlich auch die Weinwelt. Uns ist bewusst, dass die Probleme, die dabei entstehen, nicht die drängendsten sind, die es zu lösen gilt. Trotzdem sind Weingüter auch (land)wirtschaftliche Betriebe, an denen Arbeitsplätze und Existenzen hängen. Auch die Zukunft so mancher kleiner Weinhandlung ist bedroht. Doch um die Krankheit einzudämmen, um Leben zu retten, steht es für alle – auch in der Weinbranche – natürlich außer Frage, alles Nötige zu tun, um einen Beitrag zu leisten diese Krise zu überwinden. Wie sieht das nun konkret aus? Wir wollen euch einmal einen Einblick geben, wie verschiedene Winzerinnen und Winzer mit der Situation umgehen.

Lukas Krauß vom Weingut Krauß aus der Pfalz

Nun liegt es wohl auf der Hand, dass bei der Absage aller Veranstaltungen und der Schließung aller Läden und Vinotheken auch der Absatz bei Weingütern erheblich sinkt. Lieferungen, die sonst wöchentlich an Restaurants, Weinhandlungen oder Vereine gehen, fallen natürlich weg. Das spürt auch Lukas vom Weingut Krauß deutlich. Liegen die Weine noch im Tank (also sind noch nicht in Flaschen abgefüllt), kann man auch darüber nachdenken, diese Weine nicht wie üblich auf die Flasche zu bringen, sondern eben im Fass weiterzuverkaufen. Nun ist aber insgesamt das Angebot, auch an Fassweinen, größer als die aktuelle Nachfrage. Die Preise sind also aktuell wenig attraktiv. Ob im Fass oder auf der Flasche: Der Wein muss spätestens im Herbst aus dem Keller sein, damit der neue Jahrgang Platz hat.

Damit kommt man vielleicht zu einer kleinen positiven Seite dieser doch ernsten Krise: Man kann vor sich „hinwinzern“, wie Lukas sagt. Kein Verkauf in der eigenen Vinothek, keine Präsentation auf Weinmessen, keine Weinfeste heißt eben auch, mehr Zeit für die Arbeit im Weinberg. Lukas nutzt die Zeit um – natürlich immer mit einer Rebzeile Abstand – im Weinberg zu arbeiten. Neue Weinberge müssen angelegt, der Boden muss bearbeitet und die Ruten der Reben müssen gebogen werden. Langweilig wird es also so schnell nicht. Lukas bleibt auch in der aktuellen Lage gelassen, denn „als Winzer ist man ohnehin immer leidgeplagt“. Hagelschauer, Spätfröste oder Hitzeperioden – wer mit der Natur arbeitet, muss immer auf alles vorbereitet sein und akzeptieren, dass man auf manche Dinge eben kaum Einfluss hat. Auch Philipp vom Weingut Wasem meint, dass jetzt nicht die Zeit ist, um über fehlende Absätze zu jammern. Denn zuerst einmal geht darum, diese Krise als Gesellschaft möglichst gut zu überstehen. Dazu gehört aktuell auch soziale Distanz zu wahren. Lukas fällt das nicht schwer. Er liebt sein Haus in der Pfalz und genießt den Feierabend im Garten und ist dankbar, dass er einen Draußen-Beruf hat.

Doro vom Weingut Wörner

Etwas anders sieht die Situation bei Doro Wörner aus. Bisher haben sie und ihre Familie vor allem Fassweine produziert, also keine eigene Weinlinie im Weingut gehabt. Das hat sich aber vor kurzem geändert: Doro hat ihre ersten Weine auf die Flasche gebracht und wollte 2020 mit der Vermarktung voll durchstarten. Online gibt es diese Möglichkeit natürlich weiterhin. „Analoge“ Termine mit Kunden sind aber erst einmal abgesagt. Hier zeigt sich jedoch, dass Kunden und Weingut zusammenhalten. Denn das Weingut Wörner versendet, wie zurzeit viele andere auch, die Weine einfach versandkostenfrei zu den Kunden, da diese ja nicht vor die Tür dürfen. So müssen wir, dank des Engagements der Winzerinnen und Winzer und natürlich auch der unermüdlichen Arbeit der Paketbotinnen und Boten nicht auf Wein im Lockdown verzichten. Das ganze kann man auch noch weiter denken: Online-Weinproben. Auch wir bei Geile Weine machen schon seit vielen Jahren Live-Weinproben, in der jetzigen Zeit sind sie relevanter denn je. In den letzten Wochen haben wir schon zwei Live-Weinproben durchgeführt (siehe Bild) und hatten viel Spaß dabei mit euch, verbunden über Instagram, Facebook oder YouTube, neue Weine zu probieren. Das gleiche macht nicht nur Doro, auch Lukas saß mit Michael Reinfrank, Weinhändler und Mitbegründer von Geile Weine, schon vor der Kamera. Vielleicht wird ja auch nach der Krise verstärkt auf Online-Weinproben gesetzt. Aktuell ist es jedenfalls eine willkommene Abwechslung.

In diesem Sinne hoffen wir, dass sich alle an die Auflagen halten um die Kurve abzuflachen. Auch unser Dank gilt dem unermüdlichen Einsatz des medizinischen Personals und allen anderen Helferinnen und Helfern, die täglich im Einsatz gegen das Virus sind. Je besser wir jetzt alle zusammen arbeiten, desto mehr Menschen können wir retten und desto schneller ist diese Krise hoffentlich vorbei. Und für die Zeit bis zur nächsten gemeinsamen Schorle heißt es eben #homedrinking. Eure Winzer und natürlich auch wir sorgen gerne dafür, dass euch der Stoff nicht ausgeht.