Mit diesem Interview wollen wir euch unseren Neuzugang im Geile Weine-Regal vorstellen:

Martina Bernhard vom Weingut Bernhard aus Wolfsheim in Rheinhessen.

GW: Wie bist du überhaupt zum Weinbau gekommen und warum hast du dich entschieden in den elterlichen Betrieb einzusteigen?

Martina: Ich wollte schon mein ganzes Leben Winzerin werden, mit der Natur zusammen arbeiten und diese einzigartige Möglichkeit nutzen, Heimat schmeckbar zu machen. Da unser Weingut in Wolfsheim auf 250 Metern Höhe liegt und sich genau in der Grenzregion zwischen Nahe und Rheinhessen befindet, gab es für mich nie spannendere und facettenreichere Böden, Wetterbedingungen und Weinberge als hier. Außerdem möchte ich der Welt zeigen, was für ein Schatz hier zwischen dem Selztal und Bad Kreuznach schlummert.

GW: Winzerin sein ist also deine Leidenschaft. Was ist für dich denn die schönste Arbeit im Weinbau?

Martina: Die Abwechslung macht´s! Es ist dieser Mix zwischen dem Leben und Arbeiten mit der Natur, der handwerklichen Arbeit im Weinkeller und nicht zuletzt dieser tolle Moment, wenn man den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubert, wenn Sie ein leckeres Glas Wein vor sich haben. Aber wenn ich mich entscheiden müsste, wäre es die Arbeit mit der Natur draußen im Weinberg. Ich liebe es zu sehen wie sich alles entwickelt und entfaltet, das Wetter zu beobachten und die Herausforderungen die jeder Jahrgang mit sich bringt zu meistern.

Martina und ihr Vater Jörg im Weinkeller.

GW: Was ist dein Lieblingsessen und welchen Wein würdest du dazu trinken?

Ich liebe die italienische Küche! Am allerliebsten esse ich Nudeln mit einer frischen, hausgemachten Spinatsoße. Dazu passt unser Wolfsheimer Silvaner perfekt.

GW: Klingt lecker! Welche Weinregion (außer Rheinhessen natürlich ;)) findest du besonders spannend und wieso?

Martina: Ich liebe Südtirol! Ich liebe die Lebensart der Menschen. Sie sind hartarbeitende, fleißige Leute, feiern aber die schönen Dinge des Lebens und haben eine einzigartige Herzlichkeit. Außerdem bin ich ein totaler Gewürztraminer-Fan.
Und zu guter Letzt kommt mein großes Vorbild aus Tramin: Elena Walch. Eine extreme Vorreiterin, wenn es darum geht, den einzigartigen Geschmack eines Weinbergs in die Flasche zu packen!

GW: Letzte Woche haben wir den alljährlichen Weltfrauentag gefeiert. Ist die Weinbranche immer noch eine Männerdomäne oder ändert sich vielleicht schon etwas?

Martina: Ich würde heute gar nicht mehr von einer Männerdomäne in der Weinbranche sprechen. Ich habe mich schon in der Ausbildung gleichberechtigt mit den Jungs gefühlt. Klar waren wir nur 4 Mädchen und 10 Jungs, aber Traktor fahren konnten wir alle gleich gut 😉 Auch jetzt habe ich nie eine Benachteiligung erlebt, nur weil ich eine Frau bin. In der Generation meiner Eltern gab es tolle, starke Frauen, die sich in der Männerwelt durchkämpfen mussten. So aber den Weg für Jungwinzerinnen wie mich geebnet haben. Es ist ja heute auch keine Seltenheit mehr, das ganze Weingüter nur von Frauen geleitet werden und selbst riesige, internationale Weingüter KellermeisterINNEN und AußenbetriebsleiterINNEN haben.

GW: Das stimmt! Auch wir bei GW wissen unsere Kolleginnen sehr zu schätzen. Danke für das Interview! Wenn ihr die Weine von Martina mal probieren wollt, müsst ihr HIER klicken!